Ärzte Zeitung, 20.12.2011
 

Kommentar

Quittung sorgt für mehr Durchblick

Von Ilse Schlingensiepen

Viele Versicherte wollen Transparenz über die Kosten ihrer Versorgung. Das belegen nicht nur Umfragen, das zeigt auch die Erfahrung der AOK NordWest mit dem Angebot einer im Internet einsehbaren Patientenquittung.

Innerhalb von kurzer Zeit haben sich 20.000 Versicherte für die Nutzung des Services entschieden. Schriftliche Belege nach altem Muster waren früher eher selten nachgefragt.

Die Kunden der AOK NordWest können sich jetzt einen Überblick darüber verschaffen, was über ihre Chipkarte abgerechnet wurde. Den meisten Versicherten wird es nicht darum gehen, den Arzt oder das Krankenhaus zu kontrollieren.

Stattdessen wollen sie das tun, was Politiker, Verbraucherschützer und auch Ärzte immer wieder von ihnen verlangen: sich als aufgeklärte und informierte Versicherte verhalten. Dazu gehört eben auch der Überblick über die Behandlungskosten.

Ärzte brauchen diese Form der Transparenz nicht zu fürchten. Denn erstmals werden viele Patienten Schwarz auf Weiß sehen, wie sich die Beratungs- und Untersuchungsleistungen des Haus- oder Facharztes in Cent und Euro niederschlagen. Ein Großteil wird sich wundern, wie wenig Geld Ärzte gerade für die nicht-technischen Leistungen erhalten.

Lesen Sie dazu auch:
Online-Patientenquittung ist der Renner

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16993)
Organisationen
AOK (7233)
Personen
Ilse Schlingensiepen (1696)
[20.12.2011, 19:08:32]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Die Kunst besteht im Weglassen
Ich bin immer für Durchblick und Transparenz. Das bin ich meinem Beruf, meiner Medizin und meinen Patienten schuldig.

Von daher gehört zu einer im Internet einsehbaren Patientenquittung der AOK-NordWest-Versicherten statt Augenwischerei die Auflistung
• stationärer Krankenhauskosten
• ambulanter Arztkosten
• Apothekenentnahmekosten
• Medikamentenkosten
• Zuzahlungen und Rezeptgebühren der AOK-Versicherten
• Heil und Hilfsmittelkosten
• staatlicher Mehrwertsteueranteil

Wie entlarvend, dass analog einer Mustervorlage der AOK NordWest ein Medikationswert von 24,58 Prozent einem Kostenanteil von 75,42 Prozent gegenübersteht. Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Keine Herzgeräusche im Stehen – kein Herzfehler

Mit einer simplen Methode können Ärzte pathologische von physiologischen Herzgeräuschen bei Kindern unterscheiden. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

15 Jahre nach der hochemotionalen Debatte um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen fürchten Forscher durch das Stammzellgesetz Nachteile in Deutschland. mehr »

Art der Heilung zählt fürs Honorar

Bei der Abrechnung der postoperativen Wundversorgung haben Hausärzte im EBM mehr Möglichkeiten als häufig angenommen. mehr »