Ärzte Zeitung, 21.02.2013

Kommentar zu Kassenfusionen

Lahmer Wettbewerb

Von Helmut Laschet

Funktionierender Wettbewerb wird unter anderem daran gemessen, dass Unternehmen mit zur geringer Performance aus dem Markt ausscheiden.

So gesehen könnte sich Gesundheitspolitiker im Sessel zurücklehnen: zwölf Kassen weniger im vergangenen Jahr - das könnte als Indiz gewertet werden, dass der Trend in die richtige Richtung geht.

Trotzdem: So kann es nicht weitergehen. Tatsächlich ist der Wettbewerb unter den Krankenkassen von erheblicher Dysfunktionalität gekennzeichnet. Als wesentlicher Wettbewerbsparameter bleibt nur der Zusatzbeitrag.

Die Furcht davor löst einerseits Fusionen aus, führt aber andererseits dazu, Investitionen in bessere oder alternative Leistungen und Leistungsstrukturen zu verhindern. Die Folge ist eine Strukturstarre, mit der die Kluft zwischen einem sich wandelnden Bedarf an Leistungen und Leistungsangebot immer größer wird.

Verschärft wird dies dadurch, dass über dem System der Einzelkassen ein übermächtiger GKV-Spitzenverband thront. Ein Koloss mit einem gemeinsamen Nenner: möglichst zu verhindern, dass eine Einzelkasse einen Zusatzbeitrag erheben muss.

Die Aufgabe der Gesundheitspolitik wird es sein, Wettbewerb neu zu definieren: und zwar um Leistung und Qualität.

Lesen Sie dazu auch:
GKV: Kassen-Hochzeiten werden seltener

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (17870)
Personen
Helmut Laschet (1482)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alzheimer-Anzeichen schon 25 Jahre vor Ausbruch

Die Alzheimer-Demenz kündigt sich in einigen Formen offenbar lange vor Krankheitsbeginn an. Das bringt Zeit, um die Erkrankung zu verhindern - womöglich sogar zwei Jahrzehnte. mehr »

Konzept der E-Patientenakte steht

Die elektronische Patientenakte nimmt konkrete Formen an. Ärzte, Zahnärzte, Krankenkassen und gematik haben sich auf ein Vorgehen zur Gestaltung der ePA geeinigt. Die Industrie bleibt vorerst außen vor. mehr »

Placebo ist nicht gleich Placebo

Ein Scheinmedikament zu verordnen, gilt manchen Ärzten als anrüchig - andere halten es für legitim. Bei vielen hängt es davon ab, woraus das spezielle Placebo besteht. mehr »