Ärzte Zeitung online, 15.10.2015

AOK Bayern

Beschäftigte in Heimen fallen oft lange aus

Die AOK Bayern will mit passgenauen Angeboten für die betriebliche Gesundheitsförderung in Pflegeheimen gegensteuern.

MÜNCHEN. Der Krankenstand der Beschäftigten in bayerischen Pflegeheimen ist um mehr als 40 Prozent höher als der Durchschnitt der Beschäftigten aller Branchen.

Das zeigt der "Report Pflege 2014" der AOK Bayern. Demnach waren Pflegeheim-Mitarbeiter, die bei der AOK Bayern versichert sind, an 6,27 Prozent aller Kalendertage erkrankt. Der Durchschnitt aller bei der AOK versicherten Arbeitnehmer liegt demgegenüber lediglich bei 4,5 Prozent.

Für den Report wurde die Daten von rund 45.000 AOK-versicherten Beschäftigten in bayerischen Pflegeheimen analysiert, berichtete der Vize-Vorstand Hubertus Räde.

Hauptsächlich Frauen, im Schnitt 43 Jahre alt

Zu den wesentlichen Ergebnissen gehören unter anderem, dass in der Pflege hauptsächlich Frauen arbeiten und der Altersdurchschnitt in der Branche knapp 43 Jahre beträgt. Die Beschäftigten seien damit im Durchschnitt 3,1 Jahre älter als die Versicherten der AOK Bayern über alle Branchen gesehen.

Mehr als die Hälfte der krankheitsbedingten Fehltage wurde durch Langzeitfälle von mehr als sechs Wochen verursacht. Dies lasse auf viele chronische Erkrankungen schließen, erklärte Räde. Neben Atemwegserkrankungen, Muskel-Skeletterkrankungen spielen psychische Störungen mit acht Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsfälle in der Pflege eine große Rolle.

Diese Diagnosen seien häufig mit sehr langen Ausfallzeiten verbunden. Fehlte ein Arbeitnehmer in der Pflegebranche aufgrund einer Atemwegserkrankung sieben Kalendertage, so waren es bei einer psychischen Erkrankung durchschnittlich rund 32 Tage.

"Zur besseren Bewältigung vor allem der psychischen Anforderungen und zur Entlastung des Muskel-Skelettsystems bietet die AOK Bayern für Pflegeheime branchenspezifische betriebliche Gesundheitsförderung an", sagte Räde.

Die Krankenkasse habe im vergangenen Jahr in 338 bayerischen Pflegeheimen mit 36.000 Mitarbeitern solcher Projekte angeboten, hieß es. Ein praxisnahes Konzept zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) der AOK unterstütze die Bemühungen. (sto)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »