Ärzte Zeitung online, 01.03.2017
 

Meinung zum Krankenhaus-Report

Mindestmenge muss sein

Ein Kommentar von Christiane Badenberg

Übung macht den Meister. Diese Redewendung kennt jedes Kind. Warum muss dann immer wieder über Mindestmengen für operative Eingriffe diskutiert werden? Denn hier ist es doch besonders wichtig, dass erfahrene Operateure die Eingriffe vornehmen. Vor allem, wenn es um komplexe Leistungen geht. Es gibt zahlreiche Statistiken, die einen Zusammenhang zwischen Behandlungshäufigkeit- und -ergebnis beweisen.

Wichtig ist den meisten Menschen, dass sie im Notfall und bei Routinebehandlungen schnell und gut versorgt werden und bei planbaren Eingriffen darüber hinaus mit der bestmöglichen Qualität rechnen können. In Deutschland erreichen nach Berechnungen des Gemeinsamen Bundesausschusses und der Kassen 99 Prozent der Bevölkerung innerhalb von 30 Autominuten ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung. Die meisten Patienten sind bei elektiven Eingriffen bereit, einen weiteren Weg in Kauf zu nehmen, wenn sie sich damit in erfahrene Hände begeben.

Das Thema Ausweitung der Mindestmengen sollte ernsthaft und ohne die üblichen Lobby-Hintergedanken von Kassen, Krankenhausgesellschaften, Klinikträgern und Ärzteverbänden diskutiert werden. Doch das bleibt vermutlich ein frommer, wenn nicht gar naiver Wunsch.

Lesen Sie dazu auch:
Krankenhaus-Report: Mindestmengen senken Risiken für Patienten

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