Ärzte Zeitung online, 17.07.2017
 

Finanzlage der Kassen

Ceterum censeo...

Von Helmut Laschet

Den Krankenkassen geht es finanziell anhaltend gut. Trotz neuer Leistungen sind die Finanzreserven der Kassen nach einer Prognose des GKV-Spitzenverbandes so stabil, dass der Zusatzbeitrag auch 2018 wohl nicht steigen muss.

Hinzu tritt ein überraschender Sondereffekt: Seit drei Jahren gewinnt die gesetzliche Krankenversicherung neue, junge und gesunde Mitglieder aus dem Kreis von EU-Zuwanderern, Flüchtlingen und Wechsler aus der PKV. Das führt dazu, dass die Versichertengemeinschaft in der GKV im Moment nicht mehr altert.

Dieser Prozess ist freilich nicht das Ergebnis einer zielgerichteten Politik, sondern eher ein glücklicher Zufallseffekt. Niemand kann prognostizieren, ob die derzeit zu beobachtende Verjüngungskur weiter anhalten wird.

Vorsorglich trägt denn auch der GKV-Spitzenverband sein "Ceterum censeo" vor: Der Bundeszuschuss müsse kontinuierlich erhöht werden. Dafür besteht aber aktuell überhaupt kein Grund.

Das einzig Sichere am Bundeszuschuss ist, dass über seine Höhe jedes Jahr im Rahmen der Haushaltsberatungen neu entschieden wird – nach jeweiliger Finanzlage des Bundeshaushalts und der Krankenkassen. Aber: Auch Karthago ist ja eines Tages zerstört worden...

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16966)
Personen
Helmut Laschet (1365)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gegen Husten taugen Medikamente wenig

Abwarten und Tee trinken, mehr wollen US-Experten gegen erkältungsbedingten Husten nicht empfehlen. Allenfalls etwas Honig bei Kindern halten sie noch für geeignet. mehr »

Erst krebskrank, dann Hypertoniker

Überlebende von Krebserkrankungen in der Kindheit tragen ein erhöhtes Hypertonierisiko: Im Alter von 50 Jahren sind 70 Prozent betroffen. mehr »

Macht das Stadtleben krank?

Stadtluft kann Schizophrenie begünstigen, glauben Wissenschaftler. Ein Chefarzt der Charité fordert deshalb eine Public-Mental-Health-Strategie für urbane Räume. mehr »