Ärzte Zeitung online, 28.12.2017

Barmer

Fast 2900 Anträge auf Cannabis-haltige Medikamente

Seit März 2017 hat die Barmer Krankenkasse rund 1730 Anträge auf Cannabis-Medikamente bewilligt. Knapp 1130 Anträge wurden abgelehnt.

Fast 2900 Anträge auf Cannabis-haltige Medikamente

Seit März kan Patienten mit einer schwerwiegenden Erkrankung Cannabis verordnet werden, wenn es zur Behandlung keine Alternative gibt.

© SageElyse / Getty Images / iStock

BERLIN. Zwischen dem Inkrafttreten des Cannabis-Gesetzes im März dieses Jahres und November hat die Barmer Krankenkasse nach eigenen Angaben fast 2900 Anträge auf Cannabis-haltige Medikamente mehrheitlich positiv entschieden. Etwa zwei Drittel der Anträge wurden mit Hilfe des unabhängigen Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung bewertet, wie die Krankenkasse mitteilt.

"Medizinisches Cannabis ist aus der Versorgung schwer kranker Menschen heute nicht mehr wegzudenken. Es ist aber kein Allheilmittel. Daher bleibt es immer eine individuelle Entscheidung, bei der für jeden Patienten Nutzen und Risiken möglicher Alternativen gegeneinander abgewogen werden müssen", so Professor Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer in einer Pressemitteilung.

Nach rund neun Monaten Cannabis-Gesetz scheine sich nun eine leichte Konsolidierung bei den Antragszahlen einzustellen – von zunächst bundesweit jeweils deutlich über 400 Anträgen pro Monat auf knapp über 400 im November, so die Barmer. Jeweils rund ein Fünftel aller Anträge habe dabei aus Nordrhein-Westfalen und Bayern gestammt. (run)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen weht scharfer Gegenwind. mehr »

Mikroben – Heimliche Heiler

Jede zweite Zelle in und auf uns gehört einer Mikrobe. Durch die erfolgreiche Behandlung mit fäkalen Mikrobiota, etwa bei Autismus, hat die Mikrobiomforschung an Fahrt gewonnen. mehr »

Junge Besucher waren "Verjüngerungskur für DGIM"

Die "Ärzte Zeitung" hat den letzten DGIM-Kongresstag mit der Kamera begleitet. Tagungspräsident Sieber hat uns dabei Rede und Antwort gestanden - und erzählt, was ihn in den Tagen begeistert hat. mehr »