Ärzte Zeitung, 17.09.2014

Gegen Ökonomisierung

Allein Patienten sind Verbündete der Ärzte

BERLIN. Die Patienten sind die einzigen Verbündeten der Ärzte im Kampf für eine qualitativ gute Versorgung. Das machte Professor Paul Ulrich Unschuld von der Berliner Charité bei der Eröffnung des Deutschen Internistentages in Berlin deutlich. Er kritisierte die zunehmende Ökonomisierung im Gesundheitswesen.

Patienten stünden nicht mehr als Leidende, sondern als Kunden im Fokus. Anders als das Dienstleister-Kunden-Verhältnis sei das Arzt-Patienten-Verhältnis besonders von Vertrauen geprägt.

Doch dieses stehe derzeit auf dem Spiel, warnte Unschuld. Als Beispiel führte er die elektronische Gesundheitsakte an. Damit gehe jede Vertraulichkeit von Gesundheitsdaten verloren.

Es bestehe die Gefahr, dass es so möglich werde bestimmte Gruppen aufzuspüren, zu überwachen und auszusondern. "Es ist schlimm, dass nur ein kleiner Teil der Ärzte die Initiative ‚Stoppt die E-Card‘ unterstützt", so Unschuld weiter. (jvb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

"Manche Wortwahl irritiert mich sehr"

Gesundheitsminister Spahn wird wegen des TSVG von Ärzten kritisiert. Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" betont er: Es wird mit Falschinformationen Stimmung gemacht. mehr »

Galenus-Gala 2018 – Das sind die Gewinner

Was zeichnet innovative Arzneimittelforschung aus? Vier Medikamente und eine Forschergruppe erhalten den Galenus-von-Pergamon-Preis 2018. Für beispielhaftes soziales Engagement wurde zudem der CharityAward verliehen. mehr »

Stammzelltherapie stoppt aggressive MS

Je früher, desto wirksamer – auch bei der autologen Stammzelltransplantation: Die Aktivität der Multiplen Sklerose lässt sich wohl komplett unterbinden, wenn die Methode als First-line-Therapie eingesetzt wird. mehr »