Ärzte Zeitung, 18.12.2015

Buchtipp

39 Lektionen angewandte Medizinethik

Wer medizinethische Theoriefragen vertieft studieren will, ist im "Praxisbuch Ethik in der Medizin" falsch aufgehoben.

Der von Professor Georg Marckmann, Leiter des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin an der Universität München, herausgegebene Band hält, was der Titel verspricht.

Mit Praxistipps, Merksätzen, Tabellen und kommentierten Fallbeispielen bieten die 29 Autoren in 39 Beiträgen eine praxisorientierte Einführung in die ethischen Herausforderungen der Patientenversorgung.

Den Abschluss der sehr kompakten Kapitel bildet jeweils ein Literaturverzeichnis.

Ein Beispiel für den ersten Teil - Grundlagen der ethischen Entscheidungsfindung -, ist der Beitrag über Patientenautonomie und Informed Consent: Dabei ist zwischen der Fähigkeit zur Selbstbestimmung und dem Anspruch eines jeden Menschen, als ein zur Selbstbestimmung fähiges Wesen anerkannt zu werden, zu unterscheiden.

Der Beitrag über vorausschauende Behandlungsplanung (Advance Care Planning)nimmt diesen Faden auf und fordert, diese in Pflegeheimen bisher intransparente Form der Vorausplanung "Qualitätsstandards zugänglich zu machen".

Die weiteren Teile des Buchs schildern typische, aber auch spezielle ethische Entscheidungssituationen.

Gerade dort, wo gesetzliche Vorgaben nur einen Rahmen vorgeben, wird der Beurteilungsspielraum des Arztes in seiner Komplexität abgebildet. Stichworte sind der Schwangerschaftsabbruch nach Pränataldiagnostik, medizinische Entscheidungen unter Knappheitsbedingungen oder die Begleitung Sterbender. (fst)

Georg Marckmann (Hrsg.) : Praxisbuch Ethik in der Medizin. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. Berlin 2015. 392 S. ISBN: 978-3-95466-177-6

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Ein steiniger Weg nach Deutschland

Ob geflohen vor Krieg oder eingewandert aus anderen Teilen der Welt: Wer als ausländischer Arzt in einer deutschen Klinik oder Praxis arbeiten will, muss Ausdauer haben – und gutes Deutsch können. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen weht scharfer Gegenwind. mehr »