Ärzte Zeitung online, 18.05.2017

Medizinethik im Studium

Inhalte und Schwerpunkte unterscheiden sich erheblich

BOCHUM. Der Querschnittsbereich "Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin" (GTE) gehört seit 2003 zum Pflichtcurriculum des Medizinstudiums. Doch Lehrinhalte und Methoden weisen an den 38 Medizinfakultäten in Deutschland große Unterschiede auf. Die Heterogenität sei so groß, dass die Frage nach der Vergleichbarkeit des Studiums gestellt werden müsse, hat eine Forschergruppe um die Professoren Jan Schildmann und Jochen Vollmann vom Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin an der Ruhr-Universität Bochum ermittelt(GMS Journal for Medical Education 2017, Vol. 34 (2), DOI: 10.3205/zma001100).

29 der angeschriebenen 38 Institute haben sich an der Befragung im Juli 2014 beteiligt. Dabei verfügten nur 19 Fakultäten über eine Professorenstelle für wenigstens eines der drei Arbeitsgebiete. Die Breite des Themenspektrums stelle die Lehrenden vor Herausforderungen. Auch variiere die Zahl der für die Lehre zur Verfügung stehenden Planstellen erheblich. Im Mittel der befragten Fakultäten werden 2,18 Semesterwochenstunden GTE unterrichtet. Rund die Hälfte dieses Kontingents werde dabei durch Lehrinhalte zur Ethik beansprucht. Diesem Teilbereich maßen die Lehrenden auch die größte Bedeutung in der Ausbildung zu. Die Approbationsordnung nimmt bei den Teilfächern Medizingeschichte, -theorie und -ethik keine Priorisierung vor.

Die Autoren plädieren dafür, grundlegende Ausbildungsinhalte von GTE verbindlicher zu machen. Dies wäre auch geeignet, die Stellung dieses Querschnittsfachs zu stärken. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Computervirus legt Klinik lahm

Das bayerische Klinikum Fürstenfeldbruck ist von einem Computervirus lahmgelegt worden. Es hatte sich daher auch von der Integrierten Leitstelle des Landkreises abgemeldet und nur dringende Notfälle aufgenommen. mehr »