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Stellungnahme

Ethikrat fordert besseren Schutz von Gesundheitsdaten

Das herkömmliche Datenschutzrecht reicht für Big Data im Gesundheitswesen nicht aus. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Ethikrat in einer soeben veröffentlichten Stellungnahme.

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Neben Risiken bietet das Erheben von Gesundheitsdaten auch Chancen - etwa zur besseren Stratifizierung von Patienten, um überflüssige Therapie zu verhindern.

Neben Risiken bietet das Erheben von Gesundheitsdaten auch Chancen - etwa zur besseren Stratifizierung von Patienten, um überflüssige Therapie zu verhindern.

© Murat Göçmen / Getty Images / iStock

BERLIN. In ihrer Stellungnahme Stellungnahme "Big Data und Gesundheit – Datensouveränität als informationelle Freiheitsgestaltung" legt der Deutsche Ethikrat Empfehlungen vor, die eine den Chancen und Risiken von Big Data angemessene verantwortliche informationelle Freiheitsgestaltung im Umgang mit gesundheitsrelevanten Daten ermöglichen sollen. Augenmerk hinsichtlich Big Data, relevanten rechtlichen Vorgaben und ethischen Aspekten wurde dabei auf fünf gesundheitsrelevante Anwendungsbereiche gelegt. Der Ethikrat ist danach zu dem Ergebnis gekommen, dass den Herausforderungen mit den Handlungsformen und Schutzmechanismen des traditionellen Datenschutzrechts nur unzureichend begegnet werden kann.

Chancen für die Versorgung sehen die Experten zum Beispiel allerdings in der automatischen Auswertung von medizinischen Bildern. Denn diese werde voraussichtlich innovative Diagnose- und Behandlungsverfahren ermöglichen. Die Stellungnahme geht zudem auf die Möglichkeiten ein, die Risiken schädlicher Medikamenteninteraktionen durch Datennutzung zu verringern. Das gelte auch für die bessere Stratifizierung von Patienten, die überflüssige Therapien verhindere.

Die Beschäftigung mit Big Data im Gesundheitswesen ist nicht widerspruchsfrei. Ein Mitglied des Ethikrates fordert in einem Sondervotum den Verzicht auf die Nutzung von Big Data zu Forschungszwecken, sofern ein umfassender Datenschutz und eine Anonymisierung nicht gewährleistet werden könnten.

Forschungsministerin Johanna Wanka plädierte dafür, sich im Umgang mit den Daten viele Optionen offenzuhalten und Entwicklungen nicht durch Verbote zu verhindern.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe lobte den Rat dafür, die Risiken der Datennutzung konkret zu benennen. Das tut er an vielen Stellen: Dazu gehört zum Beispiel, dass der Grund für Risikoaufschläge durch eine Versicherung verschleiert oder das Gesundheitsverhaltens eines Bewerbers auf dem Arbeitsmarkt gecheckt werden könnten. (af/run)

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