Ärzte Zeitung, 24.06.2009

Pflegeanbieter im Nordosten fürchten Abwanderung

GRAAL-MÜRITZ(di). Pflegeanbieter in Mecklenburg-Vorpommern suchen Mitarbeiter. Noch immer wandern qualifizierte Pflegekräfte in benachbarte Bundesländer ab.

"Die Arbeitsbedingungen in der Pflege in Mecklenburg-Vorpommern müssen an die Bedingungen in anderen Bundesländern angepasst werden. Nur so können wir die Fachkräfte in unserem Land halten", sagte Ulrike Kohlhagen, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) in Mecklenburg-Vorpommern, auf einer Tagung ihres Verbandes in Graal-Müritz.

Nach ihren Angaben wird es zunehmend schwieriger, frei werdende Stellen zu besetzen. Dazu tragen auch die Arbeitsbedingungen bei. Die Gehälter sind niedriger, weil die Preise für Pflegeleistungen noch nicht auf Westniveau sind. Hinzu kommt, dass der Personalschlüssel im stationären Bereich für eine höhere Arbeitsbelastung sorgt - eine Pflegekraft hat mehr Menschen zu betreuen als im Westen.

Laut aktueller Landespflegestatistik waren 2007 fast 16 000 Menschen in der Pflege im Nordosten beschäftigt, dies sind 12,5 Prozent mehr als im Jahr 2005. Die höchsten Zuwächse verzeichnet der ambulante Sektor mit einem plus von 17 Prozent oder von 826 zusätzlichen Stellen. Im gleichen Zeitraum stieg auch die Zahl der Pflegebedürftigen um 15 Prozent auf 62 088. Einen höheren Fachkräftebedarf leiten die Dienste aber auch aus den erweiterten fachlichen Anforderungen an die Einrichtungen ab, etwa durch die Einführung von Expertenstandards.

Topics
Schlagworte
Pflege (5334)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Sepsis – "häufigste vermeidbare Todesursache im Land"

Alle sechs bis sieben Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an einer Sepsis. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar. Ärzte, Patientenschützer und Politiker fordern jetzt: Die Blutvergiftung muss als Notfall akzeptiert werden. mehr »

"Hacker kommen wie durch eine offene Tür in Arzt-Systeme"

Nehmen niedergelassene Ärzte Gefahren durch Cyber-Angriffe ernst genug? Sie selbst glauben das mehrheitlich. Ein Sicherheitsexperte gießt Wasser in den Wein. mehr »