Ärzte Zeitung online, 08.09.2017

Nordrhein-Westfalen

Laumann für Aufwertung von Pflegekräften

KÖLN. Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) macht sich für eine Aufwertung des Pflegeberufs als eigenes Berufsbild stark. Er müsse auch für Abiturienten attraktiv werden. Dazu gehört für den Minister, dass Pflegekräfte mehr Kompetenzen erhalten.

Im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" bemängelt er, dass die Entscheidungen über die Pflege häufig ohne Einbeziehung von Berufsvertretern gefällt werden. "Es sind vor allem Vertreter der Ärzte, Krankenkassen und Kliniken, die Pflegerichtlinien machen." Kliniken kämen nicht mit Pflegedirektoren zu Verhandlungen, sondern mit Betriebswirten.

CDU und FDP sehen im Koalitionsvertrag für NRW die Schaffung einer Interessenvertretung für Pflegende vor. Laumann erhofft sich davon eine Weiterentwicklung des Berufsbilds und der Kompetenzen. "Ich frage mich: Warum kann zum Beispiel eine ambulante Pflegekraft einem Patienten nicht eigenständig eine spezielle Matratze verordnen, damit er keine Druckstellen bekommt?" Heute müsse die Verordnung über den Hausarzt laufen.

Laumann geht davon aus, dass sein Vorschlag die Zustimmung der praktizierenden Ärzte erhält. "Bei vielen Funktionären sieht das allerdings anders aus", sagt er. (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[08.09.2017, 17:35:30]
Karin Koch 
Mehr Kompetenzen - höherer Lohn
Es dürfte eigentlich selbstverständlich sein, dass mehr Kompetenzen für das Pflegepersonal - zu einem höheren Lohn für diese Berufsgruppen führen müssen. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ärzte gehen auf Gegenkurs zu Schokoriegel und Cola

Pädiater sind alarmiert: Adipositas bei Kindern wird zunehmend zu einem sozialen Problem. Jetzt setzen sie ihre eigene Agenda und gehen auf Distanz zur Ernährungsindustrie. mehr »

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt ältere Menschen nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Dieses überraschende Ergebnis offenbart die ASPREE-Studie. mehr »

Doktor THC und Mister Cannabidiol

Cannabis steht im Verdacht, Psychosen durch den Wirkstoff THC auszulösen. Die Pflanze enthält aber auch antipsychotische Substanzen, die die Hirnfunktion in kritischen Bereichen normalisiert. mehr »