Ärzte Zeitung online, 18.01.2018

Kommentar

Masterplan Pflege!?

Von Anno Fricke

Ob die Meldungen zur Situation der Pflege in Deutschland schon wirklich bis zu den Verantwortlichen in der Politik durchgedrungen sind, lässt sich aus dem Sondierungspapier von Union und SPD nicht wirklich entnehmen. Zu unverbindlich kommen die Vorschläge daher.

Dabei ist Eile geboten. Die Personalnot in den Krankenhäusern gefährde die Patientensicherheit monieren Fachleute ebenso wie die Nachtdienste in den Altenheimen, wo oft zwei Pflegekräfte 40 bis 50 Menschen zu versorgen haben.

8000 zusätzliche Fachkraftstellen in der medizinischen Behandlungspflege sollen laut der Absicht der Sondierer die knapp 13.000 Pflegeheime in Deutschland in den kommenden vier Jahren bekommen. Eine Zahl, die mit der Wirklichkeit nicht in Einklang zu bringen ist. Rechnet man sie in eine Gehaltssumme um, dann will die Politik dem steigenden Personalbedarf also mit etwa 400 Millionen Euro begegnen. Das ist viel zu wenig.

Strukturelle Ideen zur Pflege? – Fehlanzeige! Die Krankenhausstrukturreform, die aus schwachbrüstigen Kliniken starke Pflege- und Rehaangebote machen sollte, liegt mehr oder weniger auf Eis. Der Ruf nach einem "Masterplan Pflege" klingt auch nach der jüngsten Pflegereform noch brandaktuell.

Lesen Sie dazu auch:
Springer Pflege Kongress: Personalmangel in der Pflege gefährdet Patienten

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