Ärzte Zeitung online, 16.07.2019

Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland

Es bleibt eine Gratwanderung

130.000 Altenpflegekräfte fehlen bis 2030. Minister Spahn hofft auf ausländische Unterstützung – im Kosovo.

Ein Kommentar von Wolfgang van den Bergh

vdb01_7471641-P.jpg

Schreiben Sie dem Autor: vdb@springer.com

Es bleibt eine Gratwanderung: die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte. Aktuell ist es der Kosovo, gestern waren es Serbien, Bosnien und Herzegowina, die Philippinen und Tunesien.

Bereits vor einem Jahr signalisierte die Bundesanstalt für Arbeit, dass es in diesen Ländern einen Überschuss an ausgebildeten Pflegekräften gebe. Pflegekräfte fänden dort keine adäquate Beschäftigung.

Grund genug für die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, mit einem speziellen Programm vor etwa sechs Jahren ihre Fühler auszustrecken und Pflegekräfte für den hiesigen Markt fit zu machen. Über 1300 Pflegekräfte seien so vermittelt worden, heißt es. Also alles fair und korrekt.

Gestern nun die große Charme-Offensive von Gesundheitsminister Spahn im Kosovo. Auch hier gibt es seit Jahren bestehende Kooperationen mit deutschen Stellen. Dabei versichert Spahn, dass dem südosteuropäischen Land keine Pflegekräfte gestohlen würden, da das Land „über den eigenen Bedarf“ ausbilde.

Das mag ja sein. Am Ende aber stimmen die jungen Menschen im Kosovo mit den Füßen ab - und gehen dorthin, wo sie ihre Zukunft sehen. Ein ungleicher Wettbewerb.

Lesen Sie dazu auch:
Anwerbeversuche: Spahn will Pflegekräfte aus dem Kosovo
Private Pflege-Anbieter: Spahn für Kosovo-Deal gelobt

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Sauerbruch – ein Arzt mit vielen Facetten

Er war bereits zu Lebzeiten ein berühmter Arzt. Das Medizinhistorische Museum der Charité versucht, die vielen Facetten im Leben und Wirken von Ferdinand Sauerbruch zu fassen. mehr »

Gut eine halbe Milliarde Euro mehr Honorar

Ärzte und Krankenkassen haben ihre Honorarverhandlungen für 2020 abgeschlossen. Künftig werden Videosprechstunden besser vergütet. mehr »

Zeitdruck und Kollegen stressen im Büro

Im Vergleich zu den USA oder Japan sind die Arbeitszeiten in Deutschland eher kurz. Doch das heißt nicht, dass es am Arbeitsplatz entspannt zugeht. mehr »