Ärzte Zeitung, 17.01.2013

Kommentar zur Aids-Prävention

Keine späte Diagnose mehr

Von Ilse Schlingensiepen

Vor wenigen Wochen haben die vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Zahlen erneut gezeigt, dass es keinen Grund gibt, nachlässig bei der Aids-/HIV-Prävention zu werden. Im vergangenen Jahr gab es mehr Neuinfektionen als 2011.

Viele Betroffene erhalten die Diagnose erst spät, was ihre Behandlungschancen deutlich verschlechtert. Das gilt besonders für Menschen aus Risikogruppen, die von den etablierten Angeboten des Gesundheitssystems oft nicht erreicht werden.

Zwar können sie sich anonym beraten und testen lassen. Doch solche Angebote gibt es nicht überall, sie leiden häufig unter der unsicheren Finanzierung. Gerade weil die Menschen hier keine Versichertenkarte vorlegen müssen, sind die Krankenkassen außen vor.

Es ist sinnvoll, dass die Barmer GEK sich an den Kosten der wissenschaftlichen Begleitung eines erfolgreichen niedrigschwelligen Test- und Beratungsangebots in Köln beteiligt. Die Evaluation soll zeigen, ob die frühzeitige Diagnosestellung die Versorgung verbessert und die Behandlungskosten senkt.

Gelingt der Beweis, könnte das den Grundstein dafür legen, dass sich die Regelversorgung solchen Angeboten öffnet. Profitieren würden davon die Betroffenen und das Gesundheitssystem als Ganzes.

Lesen Sie dazu auch:
Forschungsprojekt: Aids-Prävention unter der Lupe

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

Engagement, das Früchte trägt

Jungen Menschen fehlt es an Gespür für ehrenamtliches Engagement? Ein Vorurteil, wie sich bei der Springer Medizin Gala gezeigt hat. Deutlich wurde auch, dass Engagement für Hilfsbedürftige auch den Sinn für das Politische schärft. mehr »

So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »