Ärzte Zeitung, 21.01.2013

Qualität

GBA knöpft sich fünf Problem-Indikation vor

Bei der Versorgung läuft nicht überall alles rund. Jetzt hat der GBA sich Prioritäten gesetzt - und will fünf Indikationen genau unter die Lupe nehmen, in denen es mit der Qualität am meisten hapert.

Von Helmut Laschet

fussbehandlung-A.jpg

Vorsorge bei Diabetes: Der GBA nimmt die Versorgung des Fußsyndroms unter die Lupe.

© CID GmbH

BERLIN. Für die künftige Vorgehensweise in der Qualitätssicherung hat der Gemeinsame Bundesausschuss in seiner jüngsten Sitzung fünf Handlungsfelder identifiziert, die nun mit Priorität bearbeitet werden sollen.

Auswahlkriterien dafür waren Inzidenz und Prävalenz, das vermutete Verbesserungspotenzial sowie der Versorgungsbedarf für betroffene Patienten.

Die vom Bundesausschuss benannten Problemfelder betreffen zu großen Teilen auch die hausärztliche Versorgung. Konkret handelt es sich um:

Schlaganfall: Nur jeder vierte Patient erhält derzeit eine Frühversorgung, die entscheidend für die weitere Prognose ist.

Tonsillektomie: Hier wurden regional sehr heterogene Häufigkeiten bei der Indikationsstellung konstatiert.

Entlassungsmanagement: Bislang sind dafür - obwohl den Krankenhäusern dieses Management gesetzlich vorgeschrieben ist - keine Standards entwickelt.

Bei weiter sinkender Verweildauer wird das Management an den Schnittstellen zwischen stationärer Akutbehandlung, Rehabilitation und Weiterbetreuung in der ambulanten Versorgung von immer größerer Bedeutung für den Gesamterfolg einer Therapie.

Diabetischer Fuß: Als "erschreckend" bezeichnet Dr. Regina Klakow-Franck vom GBA, dass bei Typ 2-Diabetikern jährlich 20.000 Amputationen vorgenommen werden müssen.

Die Versorgung von Diabetikern in Deutschland liegt noch weit ab von den Zielen der Deklaration von St. Vincent.

Minimalinvasive Herzklappen-Eingriffe: Als Problem hat der GBA eine schwer überschaubare Methodenvielfalt identifiziert.

"Wir wollen weg von einer Themenberatung auf Zuruf, sondern die Themen systematisch nach Erkenntnissen aus der Epidemiologie und der Versorgungsforschung auswählen", erläutert Klakow-Franck die Vorgehensweise.

Dazu gehöre auch, dass Qualitätsziele definiert und wissenschaftlich untermauert sein müssen. Weitere Gesichtspunkte sind die Machbarkeit in der Praxis sowie das Aufwand-Nutzen-Verhältnis.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Arbeit nach Relevanz

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So hoch ist die Lebenserwartung in der Welt

Wer als Junge in Deutschland geboren wird, darf sich im Schnitt auf 78 Jahre freuen. Wie hoch ist die Lebenserwartung in anderen Ländern der Welt? Wir geben die Antwort. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »

Diabetes-Strategie zum Greifen nah

Der gezielte Kampf gegen Diabetes könnte schon bald konkrete Formen annehmen. Zum heutigen Welt-Diabetestag zeichnet sich zwischen Union und SPD ein Kompromiss für eine nationale Diabetes-Strategie ab. mehr »