Ärzte Zeitung online, 11.11.2010

Hamburg: Razzia bei Arzt wegen Verdachts auf Abrechnungsbetrug

HAMBURG (eb). Ein niedergelassener Arzt in Hamburg soll jahrelang im großen Stil mit falschen Abrechnungen die Krankenkassen betrogen haben. So soll der Beschuldigte auffallend häufig Beratungen zu Empfängnisverhütung abgerechnet haben - etwa auch bei einer über 83-jährigen Patientin sowie bei einem 4-jährigen Mädchen.

Hamburg: Razzia bei Arzt wegen Verdachts auf Abrechnungsbetrug

Sollten sich die Betrugsvorwürfe gegen den Hamburger Arzt bestätigen, wird das schwere Folgen für ihn haben.

© Gina Sanders / fotolia.com

Eine weitere Anschuldigung: Der Arzt soll mit angeblichen Hausbesuchen betrogen haben, wie NDR Info berichtet. Angeblich habe er an einem Tag 20 verschiedene Adressen angefahren, sei dafür 450 Kilometer unterwegs gewesen und habe 80 Untersuchungen gemacht.

An einem anderen Tag hätte der Arzt sogar rund 50 Hausbesuche abgerechnet und dafür über 800 Kilometer zurück gelegt. Geprüft wird offenbar auch, ob Patienten mit dem Arzt gemeinsame Sache machten.

Nach Angaben von NDR Info ist der Arzt seit Monaten im Visier der Staatsanwaltschaft; auch das Landeskriminalamt sei eingeschaltet. Betroffen seien mehrere Krankenkassen wie die TK, DAK sowie AOK Rheinland/Hamburg.

Lesen Sie dazu auch:
Internist im Visier: Abrechnungsbetrug im großen Stil?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Impfpflicht löst Masernproblem nicht

Eine Impfpflicht bei Masern würde ungeimpfte Erwachsene als Verursacher nicht erreichen und Skeptiker vor den Kopf stoßen. Ausbrüche sind nur mit mehr Engagement zu verhindern, so RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. mehr »