Ärzte Zeitung online, 09.08.2013

Ärztliche Vergütung

Plus für Hausärzte, Minus für Fachärzte

So richtig viel bewegt hat sich bei den Kassenumsätzen der Ärzte nicht. Die Hausärzte haben das zweite Quartal 2012 gerade noch mit einem kleinen Honorarplus abgeschlossen. Die Umsätze der Fachärzte sind dagegen gefallen.

Von Anno Fricke

Plus für Hausärzte, Minus für Fachärzte

Bei den Honorarumsätzen hat sich kaum etwas bewegt, heißt es im neuen KBV-Bericht.

© [M] Schmeling / fotolia | sth / sb

BERLIN. Hausärzte haben im zweiten Quartal 2012 kaum mehr Geld bekommen als ein Jahr zuvor. Über alle Hausärzte gerechnet betrug der durchschnittliche Honorarumsatz 48.872 Euro. Das geht aus dem aktuellen Honorarbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor.

Im Vergleichsquartal 2011 hatte der durchschnittliche Honorarumsatz 48.788 Euro betragen. Umgerechnet auf den Behandlungsfall erzielten die Hausärzte im zweiten Quartal 2012 59,46 Euro. 2011 hatte dieser Wert bei 58,98 Euro gelegen.

Bei den hausärztlichen Internisten stagnierten die Honorarumsätze ebenfalls. Sie erzielten im Berichtsquartal mit 47.666 Euro gerade einmal 53 Euro mehr als im Quartal zuvor.

Die Ergebnisse fallen je Bundesland und Fachgruppe verschieden aus. Die Hausärzte in Mecklenburg-Vorpommern führen mit einem Honorarumsatzplus von 8,3 Prozent das Feld an. Am anderen Ende der Skala steht Berlin mit einem Minus von 4,9 Prozent.

Thüringer Fachärzte mit höchstem Umsatzwachstum

Anders sieht das Bild bei den Fachärzten aus. Hier haben die Spezialisten im Mecklenburg-Vorpommern sechs Prozent oder 3687 Euro von einem aufs andere Quartal weniger umgesetzt.

Die Fachärzte in Thüringen haben mit einem Plus von 1,9 Prozent das höchste Umsatzwachstum erreicht. Insgesamt sind die Honorarumsätze aller Fachärzte im Berichtsquartal von 49.492 im Jahr zuvor auf 48.943 Euro gefallen.

Die an alle niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten ausgeschüttete Gesamtvergütung ist im Berichtsquartal um 1,1 Prozent auf 8,08 Milliarden Euro gestiegen. Dennoch ist der durchschnittliche Honorarumsatz aller Kassenärzte und Psychotherapeuten im Vergleich zu einem Jahr vorher insgesamt um 0,7 Prozent gesunken.

Er betrug 50.015 Euro, im Jahr davor 50.381 Euro. Grund dafür ist, dass die Zahl der Ärzte und Psychotherapeuten insgesamt vom ersten auf das zweite Quartal 2012 laut KBV-Angaben um fast 1000 auf 149.645 gestiegen ist.

KBV listet ertmals Gebührenpositionen auf

Erstmals hat die KBV die am häufigsten auftauchenden Gebührenpositionen aufgelistet. Ganz oben stehen mit 48,8 Prozent die Zuschläge für die Behandlung chronisch Kranker, die damit 12,3 Prozent am durchschnittlichen Honorarumsatz von Allgemeinmedizinern und hausärztlichen Internisten ausmacht.

Platz zwei nimmt mit 48,2 Prozent die für den Umsatz wichtigste Versichertenpauschale ein, nämlich die für Patienten zwischen dem sechsten und dem 59. Lebensjahr. Das macht am Gesamtumsatz 22,3 Prozent aus.

An Gewicht gewinnt die Versichertenpauschale ab dem 60. Lebensjahr. Sie wird in 34,9 Prozent aller Fälle abgerechnet und steht damit für einen Umsatzanteil von 18,8 Prozent.

Bei den ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten tragen die Verhaltenstherapie mit 21,5 Prozent und die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie mit 19 Prozent am meisten zu den Umsätzen bei.

Die Zahlen geben nur die reinen Kassenumsätze aus den Abrechnungen nach dem Kollektivvertrag wieder.

Nicht enthalten sind Einnahmen aus Selektivverträgen, aus individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) von den Berufsgenossenschaften und Privatversicherten.

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