Ärzte Zeitung online, 27.03.2014
 

Bayern

Kaum Widersprüche gegen Honorarbescheid

So wenige Widersprüche gegen Honorarbescheide hat es in Bayern bisher noch nicht gegeben, meldet die KV. Sie führt dies auf den neuen Honorarverteilungsmaßstab zurück, der auch den Fallzahlzuwachs, wenn nötig, einschränkt.

MÜNCHEN. Die Zahl der Widersprüche gegen Honorar- und Richtigstellungsbescheide der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) haben im vergangenen Jahr einen historischen Tiefstand erreicht.

Im dritten Quartal vergangenen Jahres gingen nur noch 1115 Widersprüche ein, berichtete KVB-Vize Dr. Pedro Schmelz bei der Vertreterversammlung. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2011 lag die Zahl der Widersprüche mehr als dreimal so hoch und im ersten Quartal 2011 sogar bei 7778.

Diese Entwicklung zeige, dass der Honorarverteilungsmaßstab (HVM) mit seinen Regelungen zur Begrenzung von Fallzahlzuwächsen bei den Vertragsärzten akzeptiert werde, erklärte Schmelz.

Fallzahlsteigerungen in sieben Fachgruppen

Die Regelung zur RLV-Fallzahlzuwachsbegrenzung kommt dann zur Anwendung, wenn in einer Fachgruppe die Fallzahlen um mehr als drei Prozent gegenüber dem Vorjahr ansteigen, erläuterte Schmelz.

In diesem Fall werden allerdings nur die Praxen begrenzt, die einen Fallzahlanstieg um mehr als drei Prozent aufweisen. Im vierten Quartal 2013 waren davon sieben Fachgruppen betroffen. In vielen Fachgruppen habe es im vergangenen Jahr jedoch keine oder nur geringe Fallzahlsteigerungen gegeben, so Schmelz.

In Bereichen, in denen eine Unterversorgung oder eine drohende Unterversorgung festgestellt wird, werden die HVM-Regelungen zur Fallzahlzuwachsbegrenzung und zur Fallwertminderung jedoch ausgesetzt, erläuterte Schmelz.

Aktuell betrifft das Hautärzte im Landkreis Haßberge, HNO-Ärzte im Landkreis Wunsiedel, Augenärzte im Landkreis Lichtenfels sowie Kinder- und Jugendpsychiater in der Region Oberpfalz-Nord. (sto)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »