Ärzte Zeitung, 02.06.2017

Medizinstudium

Warum Medizinstudenten ihr Studium seltener abbrechen

Eine Studie im Auftrag des Bundesbildungsministeriums nimmt Studienabbrecher in Deutschland unter die Lupe. Darin findet sich Interessantes zum Ärztenachwuchs

Warum Medizinstudenten ihre Studium seltener abbrechen

Medizinstudenten brechen weniger ab als Studenten anderer Fachrichtungen.

© Jan Woitas / dpa

BERLIN. Der Staatsexamensstudiengang in Medizin zeichnet sich nach wie vor durch einen vergleichsweise geringen Studienabbruch aus. Die Abbruchrate in Medizin für die Studienanfängerjahrgänge 2007 und 2008 liegt bei 11 Prozent. Dies unterscheidet sich nicht wesentlich von den vorangegangenen Jahrgängen, seit Anfang der 1990er Jahren bewegt sich der Studienabbruch im Medizinstudium zwischen fünf und zehn Prozent. "Der hohe Numerus clausus, die starke intrinsische Motivation der Studierenden, ein klares Berufsbild sowie günstige berufliche Aussichten führen zum anhaltend hohen Studienerfolg in dieser Fachrichtung", heißt es in einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), die Bildungsministerin Johanna Wanka am Donnerstag in Berlin vorstellte.

Laut Studie brechen 29 Prozent aller Bachelorstudierenden ihr Studium ab – an Unis 32 Prozent, an Fachhochschulen 27 Prozent. Die überwiegende Mehrheit der Studienabbrecher gestalte nach Verlassen der Hochschule ihren weiteren Bildungs- oder Berufsweg erfolgreich: Ein halbes Jahr nach Verlassen der Hochschule haben demnach 43 Prozent von ihnen eine Berufsausbildung aufgenommen und 31 Prozent sind erwerbstätig.

In den Staatsexamensstudiengängen exmatrikulieren sich 44 Prozent der Studienabbrecher erst nach mehr als sechs Semestern. Grund für den späten Zeitpunkt sei in erster Linie, dass "entscheidende Leistungsanforderungen und Prüfungen der Fachverbundenheit erst in späteren Studienphasen" anstünden. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ärzte gehen auf Gegenkurs zu Schokoriegel und Cola

Pädiater sind alarmiert: Adipositas bei Kindern wird zunehmend zu einem sozialen Problem. Jetzt setzen sie ihre eigene Agenda und gehen auf Distanz zur Ernährungsindustrie. mehr »

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt ältere Menschen nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Dieses überraschende Ergebnis offenbart die ASPREE-Studie. mehr »

Doktor THC und Mister Cannabidiol

Cannabis steht im Verdacht, Psychosen durch den Wirkstoff THC auszulösen. Die Pflanze enthält aber auch antipsychotische Substanzen, die die Hirnfunktion in kritischen Bereichen normalisiert. mehr »