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MedTech und Telemedizin

Vernetztes Innovationspotenzial

Ein deutsch-niederländisches Projekt soll die Entwicklung praxisnaher Lösungen für den Versorgungsalltag fördern. Vor allem Ärzte sollen ihren Beitrag dazu leisten.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:

MÜNSTER. Mit einer grenzüberschreitenden Initiative wollen Unternehmen und Wissenschaftler aus Deutschland und den Niederlanden gemeinsam praxisnahe Innovationen in Medizintechnik und Telemedizin auf den Weg bringen.

Dem auf zweieinhalb Jahre angelegten Projekt "Medizinische Innovation Niederlande Deutschland" (MIND) stehen insgesamt 5,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Davon stammen 3,5 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung.

Den Rest steuern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und die Niederlande bei sowie einzelne Unternehmen, berichtet Johannes Technau, Geschäftsführer des Netzwerks Gesundheitswirtschaft Münsterland.

Das Netzwerk gehört ebenso wie die Transferagentur der Fachhochschule Münster zu den 30 Teilnehmern an MIND.

Fokus auf versorgungsnahe Konzepte

Der Fokus der Initiative liege darauf, versorgungsnahe Konzepte zu fördern, die eine realistische Chance haben, vom Markt angenommen zu werden, erläutert Technau. "Wir betreiben keine Grundlagenforschung."

Ein Expertenbeirat, in dem unter anderem Vertreter von Krankenkassen sitzen, soll die Praxisrelevanz auf den Prüfstand stellen. Ganz wichtig für den Erfolg sei die Beteiligung von Ärzten, betont er.

"Ärzte sollen so früh wie möglich ihr Know-how einbringen." Sie können verhindern helfen, dass Ideen gefördert werden, die zwar vielversprechend klingen, am Ende aber in der Schublade verschwinden.

Ein Ziel des Projekts ist nach Angaben von Technau auch die Förderung der Vernetzung zwischen Medizinern.

Startschuss zu Jahresbeginn

Die ersten sechs MIND-Projekte haben Anfang Januar die Arbeit aufgenommen, in einem nächsten Schritt sollen sechs weitere folgen.

Zu den Pionieren gehört eine Anwendung für "smart glasses". Zweck der Spezialbrillen ist es, Parkinson-Patienten im Alltag zu unterstützen.

Auch eine "Virtual Reality-Brille" für Patienten mit chronischen Schmerzen steht auf dem Programm. Mit ihrer Hilfe sollen die Patienten dazu motiviert werden, schmerzbelastete Körperteile wieder zu benutzen.

Gefördert werden sollen zudem grenzüberschreitende Entwicklungen in der Notfall- und Telemedizin. Im niederländischen Enschede gebe es das größte Forschungsinstitut für Telemedizin in der Pflege, sagt Technau.

"Das passt gut zu einer ländlich geprägten Region wie dem Münsterland." Unabdingbare Grundvoraussetzung für jedes Projekt sei, dass Partner aus Deutschland und den Niederlanden gleichberechtigt zusammenarbeiten.

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