Ärzte Zeitung, 26.09.2011

Kommentar

Kassen bei E-Card im Alleingang

Von Rebekka Höhl

Beim Projekt elektronische Gesundheitskarte (eGK) machen die Kassen zunehmend Druck. Mit einer Karte ohne Mehrwert für sie selbst werden sie sich auf Dauer nicht abspeisen lassen. Zur Not setzen sie sich in Sachen Online-Anwendungen im Alleingang durch. Und es könnte sogar sein, dass sie dies auch schaffen.

Denn sie sind die Geldgeber bei diesem Projekt. Millionen werden derzeit in eine Gesundheitskarte mit Foto investiert, die aber erst einmal nicht mehr als die bisherige KVK kann. Das muss sich aus Kassensicht bald ändern.

Dabei geht es gar nicht so sehr um die Frage, ob jede Kasse selbst Befürworter der eGK ist. Wären alle Kassen dies, hätten sie viel früher - ohne den Druck vom Gesetzgeber - die Karte vorantreiben können.

Es geht vielmehr ums Geld: Den Kassen drohen nämlich per Gesetz empfindliche finanzielle Strafen, wenn sie den Rollout hinauszögern. Und wenn es ums Geld geht, schauen Kassen bekanntlich genau hin.

Was die Ärzte betrifft, ist noch eines interessant: Die Kassen machen zwar Druck, die Strippen zieht aber in Wirklichkeit ein anderer: die Regierung. Denn die hat den Kassen Beine gemacht - indem sie eben Fortschritte bei der eGK mit Geldzahlungen verknüpft hat.

Lesen Sie dazu auch:
Kassen wollen E-Card schneller online bringen
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