Ärzte Zeitung, 20.12.2011

Handwerker senken die Steuerlast

MÜNCHEN (mwo). Arbeiten von Handwerkern in Haus und Garten werden grundsätzlich steuerlich gefördert.

Die Förderung umfasst auch Arbeiten, mit denen neue Werte geschaffen werden, wie etwa die Neuanlage eines Gartens, wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit einem nun veröffentlichten Grundsatzurteil entschieden hat.

Um Schwarzarbeit einzudämmen und die Wirtschaft zu fördern, sind Ausgaben für "haushaltsnahe Dienstleistungen" sowie "für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen" steuerlich begünstigt.

20 Prozent der in der Rechnung ausgewiesenen Arbeitskosten, bei den haushaltsnahen Dienstleistungen inzwischen höchstens 4000 Euro, bei den Handwerkerleistungen höchstens 1200 Euro, werden direkt von der Steuerschuld abgezogen.

Arbeiten im "räumlichen Bereich" gefördert

Die Finanzverwaltung ging bislang davon aus, dass die Förderung von Handwerkerleistungen danach keine Arbeiten umfasst, mit denen "etwas Neues geschaffen" wird.

Im Streitfall hatte das klagende Ehepaar den Garten komplett neu anlegen lassen, was auch den Bau einer Stützmauer erforderte. Dem BFH war die bisherige Auslegung der Finanzämter zu eng.

Der Gesetzgeber habe letztlich nur Neubauten ausschließen wollen. Gefördert würden dagegen alle Handwerkerleistungen, die "im räumlichen Bereich eines vorhandenen Haushalts erbracht werden". Dazu gehöre auch der zum Grundstück gehörende Garten.

Az.: VI R 61/10

Topics
Schlagworte
Finanzen/Steuern (11026)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Bundestag will zweite Runde für TSVG

Die erste Anhörungsrunde zum Termineservicegesetz verlief erwartungsgemäß kontrovers. Der Gesundheitsausschuss hat für den 13. Februar eine weitere Anhörung angesetzt. mehr »

Paul Ehrlich-Preis für Forschung zu Proteinfaltung

Für ihre Forschung zu Chaperonen erhalten Franz-Ulrich Hartl und Arthur L. Horwich den Paul Ehrlich-Preis 2019. Ihre Erkenntnisse könnten für neue Therapien bei neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt werden. mehr »

Ärzte sehr enttäuscht über Brexit-Votum

Das britische Parlament hat das von Premierministerin May ausgehandelte Brexit-Abkommen mit der EU abgeschmettert. Ärzte und Pharmabranche zeigen sich enttäuscht – und fordern endlich Klarheit. mehr »