Ärzte Zeitung, 04.06.2009

Online-Steuerberater sorgen in eigener Zunft für Ärger

Klagen gegen www.steuerberaten.de/ Vorwurf: zu niedrige Gebühren / Ärzte und Apotheker unter den Kunden

KÖLN(maw). Ärzte und Apotheker, die ihre Steuererklärung über das Online-Steuerbüro steuerberaten.de abgewickelt haben, müssen sich womöglich bald einen neuen Steuerberater suchen. Die eigene Branche will den Wettbewerber loswerden - mittels Klage.

Gegen die steuerberaten.de Steuerberatungsgesellschaft mbH, den Betreiber des Portals www.steuerberaten.de, gibt es aus der eigenen Branche Widerstand. Nach Unternehmensangaben hat die Steuerberaterkammer Köln bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf ein berufsrechtliches Ermittlungsverfahren gegen die Portal-Betreiber angestrengt. Darüber hinaus fordert eine Steuerkanzlei aus Mönchengladbach das Online-Steuerbüro auf, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Der Hauptvorwurf in beiden Fällen: steuerberaten.de unterschreite die in einer Verordnung gesetzlich festgeschriebenen Gebühren für Steuerberater.

Die Vorwürfe bestreitet das Unternehmen, das einen eigenen Apothekenbereich betreibt und zu dessen Kunden nach eigenem Bekunden auch Ärzte gehören, nicht. Im Gegenteil betont steuerberaten.de, bei besonders einfachen Fällen mit den Beratungskonditionen unter den Mindestgebührensätzen zu liegen. Die Portal-Betreiber sind der Ansicht, dies zurecht zu tun, denn Steuerberater müssten ihrer Ansicht nach angemessene Gebühren berechnen. Und würden sie die Preisvorteile, die dank der schlanken Online-Organisation erzielt werden, nicht weitergeben, würde sich steuerberaten.de dem Vorwurf des Wuchers aussetzen.

www.steuerberaten.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Erdnuss-Immuntherapie löst häufiger Anaphylaxie aus

Schlechte Nachrichten für Patienten mit Erdnuss-Allergie: Einer Meta-Analyse zufolge traten unter einer oralen Immuntherapie bei Kindern deutlich mehr allergische Reaktionen auf. mehr »

Unterschiedliche Positionen zur Impfpflicht

Im internationalen Vergleich steht Deutschland in Sachen Masern-Impfschutz gar nicht so schlecht da. Ein Grund, sich auszuruhen, ist das nicht, meinen Ärztevertreter. Doch wie weit sollte eine Impfpflicht gehen? mehr »

Honorar für Leichenschau soll mehr als verdoppelt werden

Eine Arztstunde für rund 220 Euro: Gesundheitsminister Jens Spahn plant eine Neubewertung der Leichenschau in der GOÄ ab 2020. Bei den Ärzten stößt er damit auf Gegenliebe. mehr »