Ärzte Zeitung online, 23.03.2017

Umfrage

Jeder Dritte ist bereit für die digitale Medizin

Was wollen Patienten? Das persönliche Gespräch ist ihnen wichtig. Digitale Arzt-Kontakte gehen aber auch.

VILLINGEN-SCHWENNINGEN. "30 Prozent der Bundesbürger würden ihre Gesundheit einem Roboter anvertrauen." Die Überschrift, mit der die Schwenninger Krankenkasse die Ergebnisse einer kürzlich von ihr beauftragten Umfrage ankündigt, zieht. Für die Studie "wwwstatt Wartezimmer – Wie digital wird unsere Gesundheitsversorgung" wurden 1000 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger Anfang März online befragt. Mit durchwachsenem Resultat. Denn einerseits geben sich die Befragten durchaus technikaffin. So etwa würde sich nicht nur ein Drittel in die Hände besagten Cyber-Docs begeben, sondern mit 34 Prozent ebenso viele auch bei einem ihnen unbekannten Arzt mittels Video-Sprechstunde Hilfe suchen – solange es sich dabei nur um einen Experten handelt.

Andererseits gaben 81 Prozent an, bei einer medizinischen Behandlung besonders Wert darauf zu legen, dass sich der Arzt "Zeit für mich nimmt". 90 Prozent bejahten gar die Aussage, ihnen sei "das ausführliche Gespräch und der persönliche Vor-Ort-Besuch beim Arzt sehr wichtig". Für Kassenchef Siegfried Gänsler ist das nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Vielmehr zeige die Umfrage, "dass sich traditionelle und digitale Medizinwelt nicht ausschließen, sondern ergänzen". Weitere Ergebnisse:

- 28 Prozent gaben an, sich schon einmal im Internet medizinischen Rat geholt zu haben, entweder in einschlägigen Foren oder in einer Online-Sprechstunde.

- Und 59 Prozent erklärten sich einverstanden, ihre Behandlungsdaten von Forschern auswerten zu lassen, "um Krankheiten besser diagnostizieren und behandeln zu können". Ein positives Signal für Big Data in der Medizin?

Die Schwenninger Krankenkasse immerhin lässt keinen Zweifel daran, dass für sie "die Zukunft der Medizin" in der "intelligenten Kombination von Mensch und Technik liegt". Um E-Health voranzubringen, müssten, so Vorstandsvorsitzender Gänsler, "alle Akteure Mut zeigen und bestehende Strukturen aufbrechen". (cw)

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