Ärzte Zeitung online, 13.12.2017

Uni Leipzig

Neues Zentrum für Medizin-Didaktik will lehren lehren

Die Uni Leipzig bringt ein neues Medizindidaktisches Zentrum an den Start. Im Fokus stehen die medizinische Lehre und die Ausbildung von Hochschuldozenten.

Von Sven Eichstädt

LEIPZIG. An der Universität Leipzig ist ein Medizindidaktisches Zentrum gegründet worden. Ziel ist es, die Ausbildung von Medizinstudenten und die Weiterbildung von Hochschullehrern zu verbessern. "Unsere sich wandelnde Gesellschaft stellt an die nächste Medizinergeneration neue Herausforderungen", sagt der für Humanmedizin zuständige Studiendekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, Jürgen Meixensberger.

Zusammen mit dem Studiendekan für Zahnmedizin Holger Jakstat leitet er das neue Zentrum, das über drei Mitarbeiter verfügt. Jährlich können in der Humanmedizin in Leipzig 320 Frauen und Männer mit dem Studium beginnen, in der Zahnmedizin starten jedes Jahr 52 Studienanfänger. Insgesamt sind rund 3100 Studenten für die Humanmedizin und Zahnmedizin eingeschrieben.

Meixensberger: "Neue Herausforderungen sind beispielsweise eine zunehmend alternde Bevölkerung mit zu erwartenden komplexeren Krankheitsbildern, eine Fülle an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die in den Praxisalltag integriert werden wollen und hochspezialisierte Verfahrenstechniken, die im Arzt-Patienten-Gespräch gut verständlich erklärt werden müssen."

Dazu sollen einerseits die Ausbildungsinhalte und die Studienstruktur modernisiert und andererseits die Weiterbildung und Qualifizierung der Hochschullehrer verbessert werden, wie Meixensberger erläutert. Die Studenten sollen beispielsweise in wissenschaftlichem Denken geschult werden. "Für Mediziner ist es sehr wichtig, dass sie wissenschaftliche Studien richtig interpretieren und einordnen und dann in der Praxis bei ihren Patienten richtig anwenden können", ergänzt Meixensberger. Mediziner, die den Wunsch nach einer Promotion haben, sollen dabei unterstützt und gefördert werden. Außerdem sollen künftig kommunikative Fähigkeiten der angehenden Ärzte stärker als bisher ausgeprägt werden – "schon in der Vorklinik", wie Meixensberger sagt.

Kommunikative Kompetenzen trainieren die Studenten in Gesprächen mit Laienschauspielern, bei denen die künftigen Ärzte schwere Diagnosen überbringen müssen oder sich mit Simulationspatienten in Notfallsituationen üben können. "Wir wollen außerdem neue Prüfungskriterien entwickeln, um künftig praxisnah prüfen zu können", fügt Meixensberger an. Wichtig sei weiterhin die Evaluation der Arbeit des neuen Zentrums, "um in der Zukunft schauen zu können, was schon gut läuft und was wir noch verbessern können". Der Wissenschaftsrat hatte in seinem jüngsten Gutachten empfohlen, die Lehre in Leipzig noch mehr durch Anreiz- und Förderprogramme zu unterstützen.

Der zweite Schwerpunkt des Zentrums liegt in der Qualifizierung und Weiterbildung der Hochschullehrer. "Wir wollen eine neue Qualität beim Hochschullehrertraining erreichen", sagt Meixensberger. Dieses findet jährlich statt, außerdem gibt es weitere Qualifizierungsworkshops für die Professoren und Dozenten. Alle Assistenzärzte, die neu am Universitätsklinikum Leipzig anfangen, erhalten einen Basiskurs zum Unterricht am Krankenbett. "Dieser wird in Kleingruppen organisiert und sehr gut angenommen", berichtet Meixensberger. Außerdem gibt es Kurse für die Organisation des PJs. Für 2018 ist darüber hinaus die Eröffnung der neuen Lernklinik auf dem Gelände des Universitätsklinikums geplant.

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