Ärzte Zeitung online, 10.10.2018

Rheinland-Pfalz

Ministerin macht Druck bei der Quote

Bis zum Ende der Legislaturperiode soll in Rheinland-Pfalz der Gesetzentwurf für die Einführung der Landarztquote stehen.

MAINZ. Rheinland-Pfalz führt die Landarztquote ein. Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) und Wissenschaftsminister Professor Konrad Wolf (SPD) haben in Mainz ein Programm namens "Landarzt-Offensive" vorgestellt, das neben der Landarztquote auch die Einführung eines Versorgungspraktikums, eine Erhöhung der Medizin-Studienplätze um 13 Prozent bis zum Ende der Legislaturperiode sowie die Regionalisierung der Mediziner-Ausbildung vorsieht.

Bätzing-Lichtenthäler kündigte an, dem Kabinett noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf vorzulegen, der den Start einer Landarztquote in dieser Legislaturperiode vorsehe. Einfließen sollen im Gesetzentwurf auch Erkenntnisse aus der geplanten Anhörung des Landtages.

"Damit werden wir bis zu zehn Prozent der Medizin-Studienplätze in Rheinland-Pfalz an Bewerber vergeben können, die sich verpflichten, nach ihrer Facharztausbildung für bis zu zehn Jahre in einer unterversorgten Region als Hausärztin oder Hausarzt zu arbeiten", so die Ministerin.

Die Landarztquote soll auch Bewerbern ohne Spitzenabitur den Zugang zu einem Medizin-Studienplatz ermöglichen. Dazu soll in einem Auswahlverfahren neben der Abiturnote auch die persönliche und fachliche Eignung zur Ausübung des ärztlichen Berufs, beispielsweise durch eine vorherige Berufsausbildung im Gesundheitsbereich, und die Eignung für die hausärztliche Tätigkeit auf dem Land beurteilt werden.

Die Landesärztekammer begrüßte grundsätzlich die Absicht des Wissenschaftsministers, die Studienplätze in Rheinland-Pfalz um 13 Prozent zu erhöhen. Wolf hatte von "circa weiteren 20 Studienplätze pro Jahr im vorklinischen Bereich" gesprochen. Hierzu stellte die LÄK fest, dass dies nur einer Quote von knapp 5 Prozent entspreche, und forderte das Wissenschaftsministerium nachdrücklich auf, tatsächlich die Quote von 13 Prozent umzusetzen.

Begrüßt wird auch die Absicht außeruniversitäre Krankenhäuser in den klinischen Studienabschnitt einzubeziehen. Bezüglich der Landarztquote sei es zum jetzigen Zeitpunkt schwierig abzuschätzen, ob diese tatsächlich in elf bis zwölf Jahren ihre Wirkung zeigen werde. Die LÄK wies darauf hin, dass sich durch die Landarztquote die Problematik der allgemeinärztlichen ländlichen Versorgung im fachärztlichen Bereich wiederholen werde. (aze)

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