Medizinstudium

Neues Lehrkonzept für frühe Zusammenarbeit

„Durch die Barriere schneiden“ heißt ein neues Lehrkonzept an der Uniklinik Frankfurt. Ziel ist, die interprofessionelle Zusammenarbeit schon in der Ausbildung zu stärken.

Margarethe UrbanekVon Margarethe Urbanek Veröffentlicht:
Im Simulationskrankenhaus der Uniklinik Frankfurt lernen Studierende und Auszubildende im Rahmen des Projekts „Durch Barrieren schneiden“ interprofessionelle Zusammenarbeit.

Im Simulationskrankenhaus der Uniklinik Frankfurt lernen Studierende und Auszubildende im Rahmen des Projekts „Durch Barrieren schneiden“ interprofessionelle Zusammenarbeit.

© Universitätsklinikum Frankfurt

FRANKFURT/MAIN. Wenn Ärzte und Pfleger an Patienten arbeiten, können Fehler oder mangelhafte Kommunikation gravierende Folgen haben.

Hier setzt das Lehrprojekt „Durch Barrieren schneiden“ des Universitätsklinikums Frankfurt an, das im August neu gestartet ist. Medizinstudierende und Auszubildende der Gesundheitsfachberufe sollen gemeinsam in praxisnahen Simulationen lernen, wie sie im späteren Berufsleben schwierige Situationen gemeinsam bewältigen oder Fehler vermeiden können.

Die Leiterin des Frankfurter interdisziplinären Simulationstrainings (FIneST) Professor Miriam Rüsseler erklärt: „Die gemeinsame Ausbildung fördert den interprofessionellen Austausch und das gegenseitige Verständnis der verschiedenen Berufsgruppen. Und das kann im klinischen Alltag Leben retten.“

Am ersten Workshop waren rund 30 Teilnehmer beteiligt, jeweils zur Hälfte Medizinstudierende und Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Universitätsklinikum Frankfurt. Den Rahmen bietet das dort angesiedelte Simulationskrankenhaus.

Stereotype hinterfragen

In dreitägigen, interaktiven Workshops erarbeiten, diskutieren und simulieren die Teilnehmer in Rollenspielen und Diskussionsgruppen gemeinsam die interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Im ersten Teil des Workshops werden Vorurteile gegenüber den anderen Berufsgruppen angesprochen und am Rollenverständnis gearbeitet. Am zweiten Workshop-Tag befassen sich die Teilnehmer mit Regeln der Teamarbeit.

Am dritten Tag geht es dann um das Thema Patientensicherheit und wie mögliche Fehler vermieden werden können. Laut Rüsseler bietet der interprofessionelle Workshop viele „Aha-Momenten“ – auch mit Nutzen für den Berufsalltag. Demnach hätten OTA-Auszubildende berichtet, neue PJler besser ins Team zu integrieren. Dies habe die Zusammenarbeit erleichtert.

Das Lehrkonzept baut auf einer Idee von Professor Sarah König am Universitätsklinikum Würzburg auf. In Frankfurt wurde ihr Konzept weiterentwickelt und durch Handlungsmodelle ergänzt.

Die Robert-Bosch-Stiftung fördert das Projekt nach Angaben der Uniklinik mit rund 60.000 Euro für 2019 und 2020. Eine Fortsetzung des Projekts ist laut Kliniksprecher angestrebt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Personalführung

Altersvorsorge und mehr: Mit Benefits zu besserer Mitarbeiterbindung

Kooperation | In Kooperation mit: dem Finanzdienstleister MLP

Niederlassungsförderung

Bayern vergab 2025 bislang 158 Landarztprämien

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Systematisches Review

Kortikosteroide bei schwerer Pneumonie wahrscheinlich nützlich

Lesetipps
Eine Frau sitzt einem älterem Arzt gegenüber.

© Jonas Glaubitz / stock.adobe.com

Nachsorge

Welche Unterstützung Krebspatienten von ihren Hausärzten erwarten

Eine Frau fässt sich mit den Händen an die Brust

© Art_Photo / stock.adobe.com

Unterschiede der Geschlechter

Herzinfarkte und Ischämie bei Frauen: Was ist wirklich anders?