Ärzte Zeitung, 23.02.2011

Kommentar

Kliniken ohne Risikobewusstsein

Von Martin Wortmann

Demo in der Klinik? Ausgeschlossen scheint das nach dem Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts zur Meinungsfreiheit im Frankfurter Flughafen nicht. Zunächst: Das Urteil ist richtig, denn es befördert unsere lebendige Demokratie. Die Einschätzung der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Kliniken seien nicht betroffen, scheint allerdings vorrangig ein inniger Wunsch zu sein.

Dem Dünkel des Besonderen sollten Krankenhausbetreiber nicht erliegen. Wenn sie offen an das Thema herangehen, besteht aber für Unruhe tatsächlich kein Anlass. Nennenswerte Eingriffe in ihre Betriebsabläufe muss keine Klinik hinnehmen.

Und jede kann selbst entscheiden, welche Bereiche sie für das allgemeine Publikum öffnen will, und welche den Mitarbeitern, Patienten und gegebenenfalls Besuchern vorbehalten sein sollen. Kein Klinik-Pförtner muss Demonstranten zum Verteilen von Flugblättern auf die Station lassen.

Als deutlichen Tipp nennt das Bundesverfassungsgericht die Möglichkeit, diese Fragen in einer Hausordnung zu regeln. Das empfiehlt sich auch für große Kliniken, insbesondere, wenn sie mehrere Gebäude aber nur einen zentralen Informations- und Pförtnertresen haben.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Krankenhausgesellschaft nimmt Fraport-Urteil gelassen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Frauen leben länger, Männer glücklicher

Frauen haben in allen europäischen Ländern eine deutlich höhere Lebenserwartung als Männer, die zusätzlichen Jahre bescheren ihnen jedoch selten Freude. mehr »

So gefährlich sind Krampfadern

Krampfadern sollten nicht nur als kosmetisches Problem angesehen werden. Auch wenn die Varizen keine Beschwerden verursachen, bergen sie gesundheitliche Gefahren. mehr »

Die Macht der Position

Sexismus im medizinischen Alltag: Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler bricht hier eine Lanze für die Männer. Diskriminierung kennt sie - geschlechtsunabhängig - eher durch einen anderen Faktor. mehr »