Ärzte Zeitung online, 12.08.2014
 

Klinikum Bayreuth

Kommission soll Vorwürfen nachgehen

Der Geschäftsführer wird freigestellt, Ärzte betonen, an dem Klinikum werde "gute Medizin gemacht".

MÜNCHEN. Eine interne Kommission soll die Vorwürfe klären, die gegen das Klinikum Bayreuth erhoben werden. Der Geschäftsführer der Klinikum Bayreuth GmbH, Roland Ranftl, bleibt bis auf Weiteres im Amt, wird aber bis zur endgültigen Klärung freigestellt.

Das haben der Aufsichtsrat der Klinikum Bayreuth GmbH und der Krankenhauszweckverband am Dienstag beschlossen. In der Sitzung des Aufsichtsrats ging es um die schweren Vorwürfe gegen die Klinikleitung und um den Verdacht, dass unter anderem Neugeborene möglicherweise falsch behandelt wurden.

Geschäftsführer Ranftl war in die Kritik geraten, weil er für Organisationsmängel und personelle Fehlentscheidungen verantwortlich gemacht wird, die zu einer Überlastung von Ärzten und Pflegern sowie zu teils schweren Behandlungsfehlern geführt haben sollen.

Ende vergangener Woche hatten Ärzte und Chefärzte des Klinikums jeweils mit einem offenen Brief auf die Kritik am Krankenhaus reagiert. Am Klinikum Bayreuth werde gute Medizin gemacht, so der Tenor.

"Wir Chefärzte lassen uns nicht zu gesundheitsgefährdenden oder nicht notwendigen Maßnahmen nötigen, von wem auch immer", heißt es in der Stellungnahme von 21 Chefärzten, die von der Pflegedirektion unterstützt wird.

Chefärzte: Keine katastrophalen Zustände am Klinikum

Das Klinikum liege wirtschaftlich im Mittelfeld deutscher Krankenhäuser. Die solide Finanzlage mache ärztlich freies Handeln und die Bereitstellung optimaler Therapien erst möglich.

Jedoch ließen sich an einem Krankenhaus einzelne Probleme nicht immer vermeiden, am Klinikum herrschten aber keine katastrophalen Zustände, so die Chefärzte.

Auch rund 50 Stations- und Oberärzte wandten sich mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit. Medizinische Behandlung sei Teamarbeit und mit diesem Verständnis arbeiteten Ärzte und Pflegedienste in den unterschiedlichsten Abteilungen und Zentren zusammen.

"Gemeinsam behandeln wir die Patienten vor und nach Interventionen und Operationen - und damit sind alle Beteiligten in jedem einzelnen Fall über die geplante Behandlung informiert. Diese Behandlung wird zwischen den jeweiligen Fachabteilungen intensiv besprochen und auch kontrovers diskutiert, um jedem einzelnen Patienten die optimale Lösung anzubieten. Unsere Ärztinnen und Ärzte tun alles, um Patienten zu helfen - alles, aber natürlich im rechtlichen und medizinisch sinnvollen Rahmen", heißt es darin. (sto)

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