Klinikum Bayreuth

Kommission soll Vorwürfen nachgehen

Der Geschäftsführer wird freigestellt, Ärzte betonen, an dem Klinikum werde "gute Medizin gemacht".

Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Eine interne Kommission soll die Vorwürfe klären, die gegen das Klinikum Bayreuth erhoben werden. Der Geschäftsführer der Klinikum Bayreuth GmbH, Roland Ranftl, bleibt bis auf Weiteres im Amt, wird aber bis zur endgültigen Klärung freigestellt.

Das haben der Aufsichtsrat der Klinikum Bayreuth GmbH und der Krankenhauszweckverband am Dienstag beschlossen. In der Sitzung des Aufsichtsrats ging es um die schweren Vorwürfe gegen die Klinikleitung und um den Verdacht, dass unter anderem Neugeborene möglicherweise falsch behandelt wurden.

Geschäftsführer Ranftl war in die Kritik geraten, weil er für Organisationsmängel und personelle Fehlentscheidungen verantwortlich gemacht wird, die zu einer Überlastung von Ärzten und Pflegern sowie zu teils schweren Behandlungsfehlern geführt haben sollen.

Ende vergangener Woche hatten Ärzte und Chefärzte des Klinikums jeweils mit einem offenen Brief auf die Kritik am Krankenhaus reagiert. Am Klinikum Bayreuth werde gute Medizin gemacht, so der Tenor.

"Wir Chefärzte lassen uns nicht zu gesundheitsgefährdenden oder nicht notwendigen Maßnahmen nötigen, von wem auch immer", heißt es in der Stellungnahme von 21 Chefärzten, die von der Pflegedirektion unterstützt wird.

Chefärzte: Keine katastrophalen Zustände am Klinikum

Das Klinikum liege wirtschaftlich im Mittelfeld deutscher Krankenhäuser. Die solide Finanzlage mache ärztlich freies Handeln und die Bereitstellung optimaler Therapien erst möglich.

Jedoch ließen sich an einem Krankenhaus einzelne Probleme nicht immer vermeiden, am Klinikum herrschten aber keine katastrophalen Zustände, so die Chefärzte.

Auch rund 50 Stations- und Oberärzte wandten sich mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit. Medizinische Behandlung sei Teamarbeit und mit diesem Verständnis arbeiteten Ärzte und Pflegedienste in den unterschiedlichsten Abteilungen und Zentren zusammen.

"Gemeinsam behandeln wir die Patienten vor und nach Interventionen und Operationen - und damit sind alle Beteiligten in jedem einzelnen Fall über die geplante Behandlung informiert. Diese Behandlung wird zwischen den jeweiligen Fachabteilungen intensiv besprochen und auch kontrovers diskutiert, um jedem einzelnen Patienten die optimale Lösung anzubieten. Unsere Ärztinnen und Ärzte tun alles, um Patienten zu helfen - alles, aber natürlich im rechtlichen und medizinisch sinnvollen Rahmen", heißt es darin. (sto)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Abrechnungsstreit

Bayerns Sozialgerichte klagen über Prozessflut

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)

Gesundheitspolitik

HPV-Impfung verhindert Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!

Lesetipps
Eine Person im CT.

© oksanazahray / stock.adobe.com

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Eine Hand lehnt demonstrativ eine Spritze ab.

© anyaivanova / Getty Images / iStock

1,1 Millionen Erwachsene befragt

COVID-19: Impfskepsis häufig doch überwindbar

Ein Arzt erläutert seinem Patienten mit Fettlebererkrankung anhand eines Anatomiemodell der Leber die prognostischen Risiken.

© manassanant / stock.adobe.com

Hepatisches Risiko erhöht

Schlank und MASLD – das macht der Leber schwer zu schaffen