Ärzte Zeitung online, 11.12.2017

Umfrage

Deutsche würden ihrer Klinik Erste Hilfe leisten

Knappe Klinik-Kassen, drohende Schließungen: Viele Bürger würden lieber selbst Geld beisteuern, als "ihre" Klinik vor Ort bankrottgehen zu lassen.

Deutsche würden ihrer Klinik Erste Hilfe leisten

Damit es für ihre bankrotte Klinik vor Ort weiter geht, würden viele Bürger Geld beisteuern.

© VRD / stock.adobe.com

FRANKFURT AM MAIN. Viele Deutsche wären bereit, selbst für "ihre" Klinik vor Ort in die Bresche zu springen: 25 Prozent der Bürger können sich vorstellen, eine Sonderabgabe zu zahlen, um ihr lokales Krankenhaus vor der Schließung zu retten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 1000 Bundesbürgern. Die große Loyalität geht für einige Umfrageteilnehmer noch weiter. Demnach würden 18 Prozent unter denen, die bereit sind zu zahlen, sogar bis zu einem Zehntel ihres monatlichen Nettoeinkommens investieren.

Die Solidarität der Bürger fußt unter anderem auf dem Vertrauen in die medizinische Versorgungsqualität der Häuser vor Ort. Dieses ist bei den Umfrageteilnehmern vergleichsweise hoch: 73 Prozent der Bürger vertrauen "ihrer" Klinik, und 63 Prozent sind davon überzeugt, dass dort das Patientenwohl vor wirtschaftlichen Belangen steht. Den Studienautoren zufolge sollten sich die Kliniken allerdings nicht allzu sehr auf diesen Lorbeeren ausruhen. Denn: Auf der anderen Seite sind die Befragten auch bereit weite Wege in Kauf zu nehmen, um ein Haus mit guter Versorgungsqualität aufzusuchen.

41 Prozent wären laut Studie bereit, für ihr Wunsch-Krankenhaus 50 Kilometer und mehr zu fahren – davon würden 23 Prozent bis zu 100 Kilometer zurücklegen, neun Prozent sogar bis zu 200 Kilometer. Am ehesten würden die Bürger für Universitätskliniken weite Wege in Kauf nehmen, denn diese genießen mit 64 Prozent Zustimmung das höchste Vertrauen in die medizinische Versorgungsqualität, heißt es. (mh)

Die Studie zum Download unter: www.pwc.de/Lokale-Klinik-beliebt

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die Zukunft gehört der sensorischen Blutzuckermessung

Die Zeiten, in denen sich Diabetiker zur Blutzuckermessung in den Finger stechen, sind bald vorbei. Sensor-Messsysteme bringen neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen. mehr »

Mehr ASS für schwere Patienten?

Allen Patienten dieselbe ASS-Dosis zu verordnen, scheint in der kardiovaskulären Prävention keine optimale Lösung zu sein. Es könnte sich lohnen, die Dosis an das Körpergewicht anzupassen, um verschiedene Risiken zu minimieren. mehr »

Ärztefortbildung in der Kritik – Woran misst sich Neutralität?

Eine Landesärztekammer versagt einem Fortbildungsanbieter die Zertifizierung einer Veranstaltung – der wehrt sich dagegen. Eine neue Auflage im Dauerkonflikt um Sponsoring. mehr »