Ärzte Zeitung online, 11.02.2019

Pflegepersonal

Uniklinik buhlt um Polen mit Brexit-Ängsten

Die Universitätsklinik Düsseldorf sieht das Brexit-Chaos im Vereinigten Königreich als Chance, um dort EU-Ausländer für die Pflege am Niederrhein zu begeistern.

DÜSSELDORF. Geordneter oder ungeordneter Brexit? Die andauernde Unklarheit darüber, ob und wie Großbritannien die Europäische Union verlassen wird, beunruhigt viele EU-Bürger, die in Großbritannien arbeiten. Davon will nun die Universitätsklinik Düsseldorf profitieren.

In Anzeigen in zwei polnischsprachigen britischen Zeitungen warb das Uniklinikum vor Kurzem unter der Überschrift: „Brexit-Sorgen? „Kommen Sie nach Deutschland!“ um Pflegekräfte.

„Alle Krankenhäuser in Deutschland sind verzweifelt auf der Suche nach Pflegekräften, auch die Uniklinik Düsseldorf“, begründete Krankenhaus-Sprecher Tobias Pott am Freitag den Schritt.

In der Anzeige verspricht das Universitätsklinikum Pflegerinnen und Pflegern nicht nur „die Sicherheit eines EU-Staates“, sondern wirbt augenzwinkernd auch mit anderen Vorteilen, die der Arbeitsplatz in Düsseldorf biete.

„Wir haben nicht nur die bessere Bezahlung, die besseren sozialen Leistungen und bessere Arbeitszeiten. Wir haben auch das bessere Wetter, das bessere Essen und den kürzeren Weg nach Polen.“

Es sei nicht das erste Mal, dass die Uniklinik im Ausland Mitarbeiter suche, betonte Pott. Vor einigen Jahren habe das Krankenhaus spanische Pflegekräfte umworben, als in dem Land die Wirtschaftskrise ihren Höhepunkt erreichte habe.

Polnische Pflegekräfte seien auch deshalb für die Klinik besonders interessant, weil viele von ihnen schon Deutschkenntnisse hätten, betonte der Sprecher ergänzend.

Nach Auskunft der Bundesregierung vom November 2018 sind in der Pflege insgesamt 30.000 Stellen unbesetzt, die Anwerbung aus Drittstaaten ist unverzichtbar. So bestünden mit Arbeitsverwaltungen in Bosnien-Herzegowina, Serbien, Tunesien und auf den Philippinen „bilaterale Vermittlungsabsprachen“. (dpa/maw)

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