Ärzte Zeitung online, 14.02.2014

Netzförderung

Medi plädiert für Strukturfonds

Um die regionale Netzförderung voranzutreiben, hat Medi Geno der Politik nun einen eigenen Vorschlag unterbreitet. Kernpunkt ist die Bildung eines Strukturfonds, den die Kassen füttern sollen.

Medi: Netze brauchen einen Strukturfonds

An dem Fonds für die Netzförderung könnten sich auch die Kommunnen beteiligen, so Medi Geno.

© vege/fotolia.com

NEU-ISENBURG. Auch wenn die Rahmenvorgaben von KBV und GKV-Spitzenverband für die Netzförderung seit Mai 2013 stehen, warten viele Netze in den Regionen noch auf eine Förderung. Das zeigte sich erst kürzlich auf der 20. Netzkonferenz in Berlin.

Doch während die Netze nun auf die Pläne der Großen Koalition hoffen, die vorsehen, dass die Netzförderung verbindlich wird, wirft Medi Geno Deutschland nun einen ganz eigenen Lösungsansatz in den Ring. Dieser sieht eine Neugestaltung der gesetzlichen Regelungen vor, wie eine Mitteilung von Medi Geno zeigt. Den Vorschlag habe man bereits der Politik unterbreitet.

Eines der Hauptprobleme liegt laut dem Netzverbund von MEDI darin, dass sich die in der Rahmenvorgabe geregelte Netzförderung ausschließlich im Rahmen der vertragsärztlichen Honorarverteilung bewege.

Soll- statt der Mussvorschrift wäre besser

"Das führt dazu, dass die KVen es aus nachvollziehbaren Gründen ablehnen oder sehr zurückhaltend sind, Mittel für die Netzförderung zu Lasten der Vergütung zur Verfügung zustellen", sagt Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von Medi Geno Deutschland.

Aber auch die für Netze vorgeschriebene Teilnehmerzahl von mindestens 20 und höchstens 100 Praxen sowie das ebenfalls vorgeschriebene dreijährige Bestehen wertet der Verbund als "zu restriktiv".

Medi Geno schlägt daher vor, die Regelungen zur Anerkennung von Netzen in Bezug auf Größe und Bestehensdauer flexibler zu gestalten. "Bei der Größe können wir uns eine Umwandlung in eine Sollvorschrift vorstellen", erklärt Baumgärtner. Die Bestehensdauer könnte auf zwei Jahre reduziert werden.

Aber auch auf die Frage, woher das Geld für die Netzförderung kommen soll, hat der Verbund eine Antwort: Er schlägt die Bildung eines Strukturfonds vor. Dieser soll von den Krankenkassen und optional auch von den Kommunen befüllt werden.

Medi Geno Deutschland zählt nach eigenen Angaben rund 17.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten und über 100 Ärztenetze zu seinen Mitgliedern. (reh)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wenn Einsamkeit krank macht

Ein Alterspsychotherapeut warnt: Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet. Einsamkeit ist ein Grund dafür. mehr »

Diabetes-Experten sind besorgt

Schon bald könnten mehr Lebensmittel "schlechten Zucker" enthalten. Für die Industrie wird der Einsatz von Isoglukose profitabler. mehr »

PKV bekennt sich zur Innovationsoffenheit

Wird es mit der neuen GOÄ erschwert, Privatpatienten neue Leistungen anzubieten? Vom PKV-Verband kommt dazu ein klares Dementi. mehr »