Ärzte Zeitung, 03.12.2009

Kommentar

Schweinegrippe: Zwischentief bei den Impfungen?

Von Hauke Gerlof

Nach der ersten Häufung von Todesfällen wegen Schweinegrippe Anfang November ist so manche Hausarztpraxis an den Rand ihrer Kapazität gekommen. Patienten mit Grippesymptomen, Impfwillige und Patienten mit dem Wunsch nach Aufklärung über die Impfung kamen gleichzeitig in die Praxis - was manchen Stau zur Folge hatte.

Die Ärzte haben diesen Ansturm bewältigt. Doch nun scheint die hohe Impfnachfrage im November nur ein Strohfeuer gewesen zu sein. An die Meldungen
über Schweinegrippe-Tote haben sich die Menschen offenbar gewöhnt, und der Krankheitsverlauf ist weiter überwiegend mild. Nun gibt es Anzeichen für ein Nachlassen der Erkrankungswelle. War es das in Sachen Schweinegrippe?

Das weiß niemand. Es könnte eine dritte Welle kommen. Außerdem wird immer wieder festgestellt, dass die Toten im Schnitt jünger sind als bei der saisonalen Influenza. Eine Impfung kann solche Todesfälle mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindern. Daher wäre es sinnvoll, wenn Ärzte jetzt in ihren Aufklärungsbemühungen gerade für Risikopatienten nicht nachlassen. Doch sind viele Ärzte immer noch selbst verunsichert. Die populistisch geführte Diskussion über die Impfung, auch unter Ärztefunktionären, zeigt jetzt ihre fatale Tiefenwirkung.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Die Angst vor Schweinegrippe lässt nach

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