Ärzte Zeitung, 14.08.2011

Kommentar

Kaum Anreize für Dienstleister

Von Hauke Gerlof

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Niedergelassene Ärzte haben das Angebot an Samstagssprechstunden im vergangenen Jahr reduziert, wie aktuelle Daten einer Studie des Dienstleisters ArztData ergeben haben. Bei Zahnärzten ist das Angebot an Samstagen dagegen gewachsen.

Beide Zahlen sind plausibel: So sind Selbstzahlerleistungen für Zahnärzte, etwa die professionelle Zahnreinigung, ein wichtiges Wachstumssegment für Zahnärzte. Vergleichbare "neue" Leistungen im IGeL-Bereich sind bei Humanmedizinern nicht hinzu gekommen. Im Kassenbereich sind Leistungen am Samstag dagegen stärker budgetiert worden. Dass Vertragsärzte reagieren und die Zeit am Samstag eher der Familie widmen, ist die logische Quittung.

Doch warum nicht von den Zahnärzten lernen? Es ist ein guter Service für Patienten, Leistungen am Samstag anzubieten, gerade wenn diese beruflich stark engagiert sind. Die Option, etwa reisemedizinische Angebote oder auch Manager-Check-ups verstärkt an Samstagen anzubieten, ist für Humanmediziner durchaus eine Option, die sich auszahlen kann. Das kann auch für Kassenpatienten von Vorteil sein - wenn ihr Arzt im Notfall auch am Samstag für sie da ist. Aber eben nur im Notfall.

Lesen Sie dazu auch:
Sprechstunde am Samstag rückläufig

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