Weniger Samstagsprechstunden - ist Deckelung schuld?

HAMBURG (maw). Das Angebot von Samstagssprechstunden ist bei niedergelassenen Ärzten rückläufig. Zahnmediziner haben dagegen ihr Angebot für Patienten am Samstag zuletzt erweitert. Ein möglicher Grund: Änderungen in der Kassenabrechnung.

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Die Zahlen zur Samstagssprechstunde bei Vertragsärzten und -zahnärzten hat, wie online kurz berichtet, der Dienstleister ArztData aus Hamburg zuletzt für das Jahr 2010 ermittelt. Demnach ist der Wert im vergangenen Jahr auf 4,9 Prozent gesunken - nachdem er zuvor zwischen 2006 und 2008 von 5,3 auf 5,7 Prozent angestiegen war.

Der Grund für diesen Rückgang könnte in der Deckelung der Samstagssprechstunde durch die Integration der Leistungen in qualifikationsgebundenen Zusatzvolumina (QZV) und Regelleistungsvolumen (RLV) liegen, vermutet Hausarzt und Abrechnungsexperte Dr. Peter Schlüter aus Hemsbach.

Die freien Leistungen innerhalb der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung waren Mitte 2010 mit Einführung der QZV stärker budgetiert worden.

Somit sei es für Vertragsärzte im Vergleich zur Zeit vor der Regelung weniger attraktiv, die Praxis am Samstag für reguläre Kassensprechstunden zu öffnen.

Die Zahnärzte hingegen haben nach der Erhebung von ArztData ihr Angebot an Samstagssprechstunden von 6,3 Prozent im Jahre 2006 auf 7,3 Prozent im vergangenen Jahr ausgebaut. ArztData-Geschäftsführer Bodo Kröger vermutet eine Ursache für die divergierende Tendenz in der unterschiedlichen Nachfrage nach Selbstzahlerleistungen.

So sei der Anteil an IGeL bei Zahnärzten tendenziell höher als bei Haus- und Fachärzten, schätzt er. Daher lohne es sich nach Ansicht von Kröger für Zahnärzte eher, auch am Samstag für Patienten da zu sein.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Kaum Anreize für Dienstleister

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