Ärzte Zeitung, 28.02.2012

Tipps für die Arzthelferin

Selbst-Check: Ohne Stress ins Jahresgespräch

Eine Analyse der eigenen Fach- und Sozialkompetenzen ist für MFA die ideale inhaltliche Vorbereitung auf das jährliche Feedback-Gespräch mit der Praxisleitung.

Von Theresia Wölker

Selbst-Check: Ohne Stress ins Jahresgespräch

Was sind meine Stärken, was meine Schwächen? Vor dem Jahresgespräch lohnt es sich, Stichpunkte dazu aufzuschreiben.

© Pakhnyushcha / shutterstock.com

Auf das Jahresgespräch zwischen Arzt und Medizinischer Fachangestellter (MFA) können sich Arzthelferinnen vorbereiten.

Denn: Je besser eine MFA über ihre Fach- und Sozialkompetenzen Bescheid weiß, desto ruhiger kann sie in das Gespräch mit ihrem Chef gehen.

Dort geht es zunächst um Fachkompetenzen (hard skills) und die Orientierung an vereinbarten Zielen.

Hier ist es von Vorteil, wenn die Mitarbeiterin zum Beispiel ein Erfolgs-Tagebuch führt, in dem sie festhält, welche Projekte sie im Laufe des Jahres mit initiiert und vorangebracht hat - beispielsweise der aktuelle Stand des Qualitätsmanagements, Einführung neuer IGeL, Recall-Maßnahmen oder Aufbau und Pflege der Praxis-Website.

Leistung objektiv messen

Um die Leistung objektiv messen zu können, sollten messbare Größen (Kennzahlen) definiert werden, die konkrete Angaben zum erreichten Qualitätsstandard und/oder zu erreichten Verbesserungen geben können.

Von dieser Position aus lässt es sich auch leichter über Prämien, Gehaltsverbesserungen oder betriebliche Altersvorsorge verhandeln. Denn: Wer über eine Gehaltserhöhung reden möchte, sollte zunächst selbst wissen, warum ihm diese zustehen sollte?

Nur mit dieser gedanklichen Stütze gelingt eine kluge Argumentation. Neben den hard skills stehen natürlich auch die sogenannten weichen Faktoren (soft skills oder Sozialkompetenz), wie Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, Kommunikationsfähigkeit oder auch Selbstorganisation, im Jahresgespräch auf den Prüfstein.

Um sich auf das Gespräch vorzubereiten, ist eine intensive "Nabelschau" nötig:

  • Wie kommen Sie Ihrer Meinung nach bei Patienten und Kolleginnen an?
  • Wie würden Ihre Kolleginnen und Ihr Chef Sie beschreiben?
  • Welche Stimmung verbreiten Sie? Sind Sie meistens gut gelaunt und stecken andere damit an? Tendieren Sie eher dazu, überall Hindernisse zu sehen?
  • Muntern Sie auf, oder verstärken Sie eher negative Stimmungen?
  • Wie gehen Sie mit Schwierigkeiten um? Lassen Sie leicht den Kopf hängen und resignieren, oder packen Sie die Dinge aktiv an?
  • Wie aufmerksam sind Sie in Ihrer Umgebung? Grüßen Sie, lassen Sie sich gerne auf ein kleines Gespräch ein? Sind Sie proaktiv oder reagieren Sie eher?
  • Wie gehen Sie mit Ihrem Chef/Ihrer Chefin um? Zeigen Sie Interesse an der Person? Ergreifen Sie auch einmal die Initiative zum Gespräch? Sind Sie loyal?
  • Wie kommunizieren Sie? Gehen Sie offen auf andere zu? Oder sind Sie eher zurückhaltend und skeptisch?
  • Wie gehen Sie mit Konflikten um? Sprechen Sie Unangenehmes direkt an in Form von Ich-Botschaften? Oder gehen Sie kritischen Situationen eher aus dem Weg?
  • Wie gehen Sie mit anderen um? Sind Sie höflich und freundlich oder eher einsilbig und "brummelig"? Was würden Sie über sich denken, wenn Sie sich selbst am Empfang der Praxis begegnen würden?
  • Wie verhalten Sie sich, wenn Sie gerade unter starkem Druck stehen?

Wer sich so kritisch hinterfragt hat, ist gut gewappnet für die jährliche Feedback-Runde und kann sich kritischen Fragen des Chefs stellen, ohne nervös oder unsicher zu werden.

Theresia Wölker aus Bendorf ist Personaltrainerin und Beraterin für Praxisteams.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »