Ärzte Zeitung online, 10.07.2012

Südwesten: BtM-Rezept leicht gemacht

Zwei Arten von Verschreibung auf einem Betäubungsmittel-Rezept - im Südwesten hat das bei Ärzten und Apothekern Ärger hervorgerufen. Jetzt kommt die Rettung - aus Bonn.

Südwesten: BtM-Rezept leicht gemacht

BtM-Rezept: Laut BfArM sind gleichzeitig verschiedenen Arten von Verschreibung möglich.

© Klaro

NEU-ISENBURG (jvb). Substituierende Ärzte können aufatmen: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat klargestellt, dass Betäubungsmittel (BtM) auch mit Mischrezepten verordnet werden können.

Damit Ärzte nicht gegen die BtM-Verschreibungsverordnung (BtMVV) verstoßen, muss auf dem Mischrezept der Hinweis stehen, "dass der Patient das Substitut an einzelnen Tagen unter Aufsicht einzunehmen hat", führt das BfArM aus.

Die BtM-Mischrezepte erzürnten bisher die Gemüter von Ärzten, Apothekern und Krankenkassen in Baden-Württemberg.

Sie kombinieren die Anwendung des Substituts unter Aufsicht eines Arztes oder Apothekers (Sichtbezug) mit der alleinigen Einnahme durch den Patienten zu Hause (Take Home).

Retax bei den Apothekern

Das erleichtert vielen substituierenden Ärzten die Arbeit: Sie ersparen sich, BtM-Rezepte doppelt auszustellen, und müssen keine BtM-Vorräte anlegen und verwalten, wenn sie keinen Dosierautomaten besitzen.

Denn mit dem Mischrezept können sie die Einnahme unter Aufsicht des Apothekers verordnen. Auch das Regierungspräsidium Stuttgart, das die Umsetzung der BtMVV in Baden-Württemberg kontrolliert, stützte diese Auffassung.

Hingegen beharrten Krankenkassen und die Landesapothekerkammer auf einer buchstabengetreuen Auslegung des Betäubungsmittelgesetzes. Die Folge: Viele Apotheker wurden retaxiert, Ärzte mussten doppelte Rezepte ausstellen.

In diese Meinungsverschiedenheit bringt das BfArM nun Klarheit und stärkt die Auffassung der Ärzte und des Regierungspräsidiums. Für die Stellungnahme hatten substituierende Ärzte über zwei Jahre gekämpft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alles dreht sich um die Ballaststoffe

Gegen die meisten Zivilisationskrankheiten gibt es offenbar ein simples Rezept: Ballaststoffe essen! Wer eine bestimmte Menge täglich isst, lebt länger, ergab eine Mega-Studie. mehr »

Der Brexit – Ein Politkrimi à la Shakespeare

Unser Londoner Korrespondent Arndt Striegler beobachtet das Brexit-Drama live vor Ort. Im britischen Unterhaus wird gerade ein politisches Endspiel inszeniert – weit weg von den realen Sorgen vieler Briten. mehr »

Portoerhöhung trifft Ärzte voll

Die Post will das Porto für Standardbriefe voraussichtlich zum 1. April 2019 erhöhen. Das Thema Arztbriefe will die KBV auch in die Verhandlungen mit den Kassen einbringen. mehr »