Direkt zum Inhaltsbereich

Südwesten: BtM-Rezept leicht gemacht

Zwei Arten von Verschreibung auf einem Betäubungsmittel-Rezept - im Südwesten hat das bei Ärzten und Apothekern Ärger hervorgerufen. Jetzt kommt die Rettung - aus Bonn.

Veröffentlicht:
BtM-Rezept: Laut BfArM sind gleichzeitig verschiedenen Arten von Verschreibung möglich.

BtM-Rezept: Laut BfArM sind gleichzeitig verschiedenen Arten von Verschreibung möglich.

© Klaro

NEU-ISENBURG (jvb). Substituierende Ärzte können aufatmen: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat klargestellt, dass Betäubungsmittel (BtM) auch mit Mischrezepten verordnet werden können.

Damit Ärzte nicht gegen die BtM-Verschreibungsverordnung (BtMVV) verstoßen, muss auf dem Mischrezept der Hinweis stehen, "dass der Patient das Substitut an einzelnen Tagen unter Aufsicht einzunehmen hat", führt das BfArM aus.

Die BtM-Mischrezepte erzürnten bisher die Gemüter von Ärzten, Apothekern und Krankenkassen in Baden-Württemberg.

Sie kombinieren die Anwendung des Substituts unter Aufsicht eines Arztes oder Apothekers (Sichtbezug) mit der alleinigen Einnahme durch den Patienten zu Hause (Take Home).

Retax bei den Apothekern

Das erleichtert vielen substituierenden Ärzten die Arbeit: Sie ersparen sich, BtM-Rezepte doppelt auszustellen, und müssen keine BtM-Vorräte anlegen und verwalten, wenn sie keinen Dosierautomaten besitzen.

Denn mit dem Mischrezept können sie die Einnahme unter Aufsicht des Apothekers verordnen. Auch das Regierungspräsidium Stuttgart, das die Umsetzung der BtMVV in Baden-Württemberg kontrolliert, stützte diese Auffassung.

Hingegen beharrten Krankenkassen und die Landesapothekerkammer auf einer buchstabengetreuen Auslegung des Betäubungsmittelgesetzes. Die Folge: Viele Apotheker wurden retaxiert, Ärzte mussten doppelte Rezepte ausstellen.

In diese Meinungsverschiedenheit bringt das BfArM nun Klarheit und stärkt die Auffassung der Ärzte und des Regierungspräsidiums. Für die Stellungnahme hatten substituierende Ärzte über zwei Jahre gekämpft.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Arzt entwickelt MFA-Börse

So finden Praxisinhaber die MFA, die zu ihnen passt

Umfrage

Zi-Praxis-Panel geht in eine neue Runde

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Übergriffiges Verhalten im Gesundheitswesen

Medizinstudentin zu sexueller Belästigung: „Ich möchte beim Ärztetag nicht mit ,Hase‘ angesprochen werden“

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte

Lesetipps
Patient vor der CT-Untersuchung der Lunge.

© jovannig / stock.adobe.com

Telemedizin für Prävention

Lungenkrebs-Screening: Das Münsterland zeigt, wie es funktionieren kann

Frau sitzt nachts auf ihrem Bett und schaut ins Licht ihrer Nachttischlampe.

© stokkete / stock.adobe.com

Von unten nach oben

Stufenschema bei Insomnie: So bei Schlafstörungen therapieren