Ärzte Zeitung online, 21.01.2014

Praxisgründung

Das Gründerfieber ist verflogen

Fast jede fünfte Hausarztpraxis im Osten wurde neu als Einzelpraxis gegründet. Trotzdem nimmt die Anzahl der Hausärzte nicht zu. Im Westen sieht es noch schlimmer aus.

Von Rebekka Höhl

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Der Weg in die eigene Praxis will gut geplant sein. Immer weniger junge Ärzte wagen jedoch den Schritt.

© Klaro

DÜSSELDORF.Keine Tendenz zur Besserung - so lautet das Fazit der aktuellen Existenzgründungsanalyse von apoBank und Zi in puncto Hausärztemangel.

Und dafür gibt es recht deutliche Zahlen: Obwohl die Hausärzte mehr als 40 Prozent der Vertragsärzte ausmachen, liegt ihr Anteil bei den Existenzgründungen nur bei 25,6 Prozent in den alten und bei 33,6 Prozent in den neuen Bundesländern.

"Sollte sich in den kommenden Jahren keine deutliche Trendwende einstellen, werden immer mehr Hausarztpraxen geschlossen werden", prognostiziert Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der Deutschen Apotheker und Ärztebank (apoBank).

Erschreckend an den Zahlen, deren Datenbasis die von dem Bankhaus durchgeführten und auswertbaren Finanzierungen ärztlicher Existenzgründungen in den Jahren 2011/12 sind, ist, dass im Westen die Zahl der hausärztlichen Gründungen schleichend abnimmt.

Waren es im Berichtszeitraum 2010/11 noch 27,7 Prozent, sind es nun rund zwei Prozent weniger. In den neuen Bundesländern hingegen nehmen die hausärztlichen Praxisgründungen zu: von 30,3 Prozent im Zeitraum 2010/11 auf die jetzigen 33,6 Prozent.

Doch auch diese leichte Zunahme im Osten scheint nur ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein. Obgleich dort fast jede fünfte Hausarztpraxis als Einzelpraxis neu gegründet wurde, nimmt die Anzahl der Hausärzte nach Angaben der apoBank nicht zu.

Die Mehrzahl will immer noch in die Einzelpraxis

Dieses Ergebnis lege nahe, dass es vor allem in strukturschwachen Gebieten für viele Existenzgründer attraktiver sei, eine Einzelpraxis neu zu gründen, als eine Bestandspraxis zu übernehmen, so Heßbrügge.

Mit den entsprechenden negativen Folgen für Praxisabgeber. Denn ohne Praxisnachfolger gebe es auch keine Aussicht auf einen Veräußerungserlös. In den alten Bundesländern sieht zumindest für Praxisabgeber die Situation etwas besser aus, dort wurde nur etwa jede zwanzigste Hausarztpraxis neu gegründet.

Generell überwiegt bei den hausärztlichen Existenzgründern der Wunsch, in der Einzelpraxis zu starten. Fast 54 Prozent der Gründer wählten 2011/12 diesen Weg. Rund 46 Prozent entschieden sich dabei für die Übernahme einer bestehenden Praxis. Das finanzielle Risiko für eine Gründung ist laut Heßbrügge dabei durchaus überschaubar.

Zwischen 86.000 und 129.000 Euro müssten hausärztliche Gründer je nach Niederlassungsart einplanen. "Das ist eine Summe, die unter dem Aspekt der Finanzierbarkeit gut gestemmt werden kann."

Er rechnet vor: Bei einem Investitionsvolumen von 100.000 Euro könne man diese Summe bei einem angenommenen Zinssatz von drei Prozent und einer monatlichen Rate von 1000 Euro in weniger als zehn Jahren zurückführen.

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