Ärzte Zeitung, 04.09.2009

Medizinrechtlerin beklagt überzogene Debatte

FRANKFURT (dpa). Die Debatte über ärztliche Behandlungsfehler in Deutschland ist aus Sicht einer Expertin überzogen. "Man tut dem System Unrecht und hat die falsche Anspruchshaltung", warnte die Vorsitzende des Vereins Medizinrechtsanwälte, Britta Specht, in einem dpa-Gespräch. So sei es kaum zu verhindern, dass sich solche Prozesse oft über Jahre hinzögen, sagte Specht am Rande des 10. Deutschen Medizinrechtstags in Frankfurt. "Ein ärztlicher Behandlungsfehler ist eben kein Kfz-Unfall", so Specht.

Ein einheitliches, transparenteres Gesetz für einen besseren Patientenschutz - wie zuletzt von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) angeregt - hält die Expertin für unsinnig. Durch die "Mischung aus Gesetz und Rechtsprechung", wie es sie bisher gebe, sei alles klar geregelt. Dass Klagen gegen ärztliche Behandlungsfehler zuletzt mehr in den öffentlichen Fokus rückten, hat für Specht verschiedene Ursachen: Zum einen häuften sich Ärzte-Fehler tatsächlich. Grund sei der gestiegene Kostendruck, der sich vor allem in Einsparungen beim Personal äußere. Zudem steige die Zahl der Klagen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Einige Frauen sind besonders dufte

Für Männer-Nasen riechen einige Frauen besser als andere. Das hängt mit der Fortpflanzung zusammen, berichten Forscher aus der Schweiz. mehr »

Mysterium Blasenschmerz-Syndrom

Bis zu 60 Mal am Tag auf die Toilette: Die interstitielle Zystitis, auch Blasenschmerz-Syndrom genannt, ist wenig bekannt. Die deutschen Urologen haben nun erstmals Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie herausgebracht. mehr »