Ärzte Zeitung, 15.03.2016

Gericht

Kasse darf keine Trinkmenge vorschreiben

DRESDEN. Eine Krankenkasse darf einem querschnittsgelähmten Versicherten nicht das individuelle Trinkbedürfnis vorschreiben.

Das entschied das Sozialgericht Dresden in einem nicht rechtskräftigen Urteil. Der 39-jährige Kläger muss sich nach einem Motorradunfall zur Blasenentleerung selbst katheterisieren und gab an, 3,5 Liter pro Tag zu trinken.

Das sah seine Kasse als "unphysiologisch" an und bewilligte Katheter und Bettbeutel nur auf der Basis von 2,5 Litern. Das Gericht urteilte, die Menschenwürde verbiete es, beim individuellen Trinkbedürfnis von Durchschnittswerten auszugehen.

Die Kasse hat Berufung beim Sächsischen Landessozialgericht eingelegt. (fst)

Az.: S 47 KR 105/13

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »