Ärzte Zeitung, 21.07.2014
 

Studie

Apotheken immer teurer

Frauen dominieren das Niederlassungsgeschehen unter Apothekern - Männer sind aber erheblich investitionsfreudiger. Das und steigende Preise für Apotheken hat eine neue Analyse ans Licht gebracht.

Von Christoph Winnat

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Denk' ich an Apotheken in der Nacht, ...

© Maurizio Gambarini / dpa

DÜSSELDORF. Pharmazeuten, die sich in eigener Apotheke selbstständig gemacht haben, mussten dafür im vergangenen Jahr tiefer in die Tasche greifen: Um neun Prozent verteuerte sich im Schnitt der Kaufpreis für eine als Hauptapotheke bereits etablierte Offizin.

Insgesamt mussten nach Angaben der Deutschen Apotheker- und Ärztebank 2013 für eine Hauptapotheke rund 480.000 Euro auf den Tisch gelegt werden, im Vorjahr waren es noch 440.000 Euro.

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Als Grund für die anziehenden Preise wird die Konsolidierung der Apothekenlandschaft genannt. Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik der apoBank: "Wir erleben derzeit eine Marktbereinigung. Schlecht gehende Apotheken werden geschlossen. Gut laufende Apotheken werden stark umworben. Das wirkt sich auf die Übernahmepreise und damit auch auf das Investitionsvolumen aus."

Auch Offizinen, die als Filialapotheke geführt werden, haben sich verteuert - mit 4,9 Prozent jedoch nur halb so stark wie die Haupthäuser. Durchschnittlich 428.000 Euro wurden dafür im vergangenen Jahr fällig.

Erhebliche Unterschiede ermittelte die apoBank hinsichtlich der Investitionsbereitschaft von Frauen und Männern. Apothekerinnen gaben im Schnitt 365.000 Euro aus, um eine Hauptapotheke zu erwerben.

Männer klotzten mit durchschnittlich 633.000 Euro deutlich stärker ran. Bereichsleiter Heßbrügge erklärt das damit, "dass Männer häufig in umsatzstärkere, zum Teil auch technisch besser ausgestattete Apotheken investieren".

Bei den Männern sei auch die Expansionsbereitschaft größer. Filialapotheken seien "zu zwei Dritteln von Männern gegründet oder übernommen worden", heißt es. Gleichwohl machten sich 2013 mehr Frauen als Männer selbstständig: 59 Prozent der Existenzgründer waren Apothekerinnen.

Der Kauf einer bereits an einem Standort eingeführten Apotheke stellt mit Abstand die häufigste Form der Niederlassung als Pharmazeut dar (65 Prozent). Dagegen fanden nur vier Prozent der Niederlassungen 2013 als Apotheken-Neugründung statt. 18 Prozent der Betriebsgründungen beziehungsweise -wechsel entfielen auf die Übernahme einer Filialapotheke.

Bemerkenswert: Die Marktbereinigung konzentriert sich offenbar vor allem auf Großstadtlagen. Waren vor drei Jahren noch 45 Prozent aller Neuniederlassungen in Großstädten zu verzeichnen, so waren es hier zuletzt nur noch 31 Prozent.

Dafür zieht es die frischgebackenen Offizinbetreiber jetzt zunehmend in kleinere Städte oder sogar aufs Land.

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