Ärzte Zeitung online, 30.03.2017

Rezept-Arzneimittel

Spitzenrunde findet keine Einigung bei Versandhandelsverbot

In der großen Koalition gibt es weiter Widerstand gegen das von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) geplante Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen (Rx-) Arzneimitteln.

BERLIN. Eine Spitzenrunde von Union und SPD konnte sich in der Nacht zum Donnerstag im Berliner Kanzleramt nicht auf ein Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen (Rx-) Arzneimitteln verständigen. Vor allem in der SPD gibt es Bedenken dagegen.

Unter anderem argumentierte Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD), der Versandhandel sei gerade im ländlichen Raum und für chronisch kranke Menschen von großem Vorteil. Auch sei nicht davon auszugehen, dass der Online-Handel mit Arzneien zu einem Apotheken-Sterben führe. Selbst im CDU-geführten Finanzministerium gibt es Bedenken. Deutschland könnte sich einer "EU-rechtlichen Staatshaftung aussetzen", sollte es das Verbot beschließen, heißt es in einer Stellungnahme.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte Ende 2016 die deutsche Regelung verworfen, wonach die Preisbindung für rezeptpflichtige Arzneimittel auch für ausländische Versandapotheken gelten soll. Das Urteil würde die deutschen Apotheken ins Hintertreffen bringen, weil sie nur einen geringen Anteil an diesem Versandhandel haben und die rezeptpflichtigen Medikamente vor allem im Ladengeschäft abgeben. (dpa)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Rx-Versandverbot: Alternativen auf den Tisch!

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[30.03.2017, 13:35:09]
Karl-Georg Vaith 
Gerade die Landbevölkerung und ältere Pat. profitieren vom Versandhandel !
Die nächste Apotheke ist zu weit vom Empfänger entfernt !
Also Versandmöglichkeiten prüfen und bei Bedarf über Tel. oder online bestellen.
Oder soll ich mit dem Bus oder der Bahn in die nächste Stadt fahren ?

Herr Gröhe sollte sich mal mit diesen Pat. unterhalten und die Apotheker Lobby vergessen !  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Der Transgender-Trend

Paradigmenwechsel? Transsexuelle lassen sich sogar selbstbewusst für den "Playboy" ablichten. Psychiater warnen aber vor einem Geschlechtsdysphorie-Hype unter Jugendlichen. mehr »

Deshalb gibt's immer mehr Parkinsonkranke

Die absolute Zahl der weltweiten Parkinsonkranken hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Forscher haben eine Vermutung, warum der Anstieg in manchen Ländern so stark ist. mehr »

Das Brexit-Brimborium

Unser Londoner Blogger Arndt Striegler hat alle Tests bestanden und ist nun britischer Staatsbürger. Doch auch als Passinhaber ist er sich sicher: Die Briten werden nach dem EU-Ausstieg nicht besser dastehen als vorher. mehr »