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Kommentar – Rx-Versandverbot

Alternativen auf den Tisch!

Christoph WinnatVon Christoph Winnat Veröffentlicht:

Die Messe ist gelesen, jedenfalls für diese Legislaturperiode. Nachdem sich die Koalitionsspitzen in der Nacht zum Donnerstag auf ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln nicht einigen konnten, taugt das Thema kurzfristig nicht mal mehr zu Wahlkampfzwecken. Käme der Widerstand nur aus den Reihen der SPD, hätte Bundesgesundheitsminister Gröhe achselzuckend auf Apothekertagen verkünden können‚ "Ich hab's ja versucht, aber die Sozen waren dagegen". Doch nachdem auch Finanzminister Schäuble den Daumen senkte, wird es Zeit, endlich ernsthafter über Alternativen nachzudenken. An Vorschlägen fehlt es nicht: Boni mit Bagatellgrenze, Beratungshonorar, Sicherstellungszuschlag für Landapotheken.

Niemand zweifelt ja daran, dass ein Preiswettbewerb im Rezeptgeschäft den Apothekenmarkt gehörig aufmischen würde. Das wäre jedoch um vieles eher in den von Apotheken eng besetzten innerstädtischen Lagen der Fall als am Stadtrand oder auf dem Land, wie die Befürworter des Rx-Versandverbots behaupten.

Zu glauben, mit dieser Argumentation, die schon gegen Rx-Boni vor dem Europäischen Gerichtshof nicht zog, vor der EU-Kommission bestehen zu können, war – und ist – ohnehin naiv.

Lesen Sie dazu auch: Rezept-Arzneimittel: Weiter keine Einigung bei Versandhandelsverbot

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