Ärzte Zeitung online, 31.01.2018

Arzneimittelausgaben

Kassen zahlten 2017 brutto drei Prozent mehr

BERLIN. Punktlandung: Auf einen Zuwachs der Arzneimittelausgaben um 3,3 Prozent hatten sich die Vertragspartner – Kassen und KBV – für 2017 geeinigt. Nach aktuellen Zahlen, die der Apothekerverband ABDA am Dienstag veröffentlichte, wurden es schließlich 3,1 Prozent mehr. Insgesamt gaben demnach die gesetzlichen Kostenträger im vergangenen Jahr 35,2 Milliarden Euro für Arzneimittel aus.

Da diese Angaben auf Abrechnungspreisen der Apotheken beruhen, müssen Einspareffekte aus Rabattverträgen der Kassen mit Pharmaherstellern noch abgezogen werden. In den ersten neun Monaten 2017 hätten die Kassen aus Rabattvereinbarungen 2,9 Milliarden Euro erwirtschaftet, heißt es in der ABDA-Meldung; das seien vier Prozent mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Für das Gesamtjahr dürfte sich damit die oben genannte Gesamtsumme um schätzungsweise rund vier Milliarden Euro mindern.

Die Menge der abgegebenen Packungen habe sich 2017 um zwei Prozent auf 741 Millionen verringert, heißt es weiter. Und das, obwohl sich die Anzahl der gesetzlich Versicherten im Berichtsjahr um ein Prozent (800.000 Personen) auf fast 73 Millionen erhöht habe. Eine erste Auswertung zeige, dass insbesondere Protonenpumpenhemmer 2017 seltener verordnet wurden.

Nach Ansicht Fritz Beckers, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), hat das Ausgabenwachstum vor allem demografische Gründe. "Wenn mehr Patienten länger und besser leben können, darf man keine rückläufigen Ausgaben erwarten".

An den Apotheken jedenfalls liege es nicht. Deren Anteil an den GKV-Gesamtausgaben, versichert Becker, liege "seit Jahren stabil unter 2,5 Prozent". Das sind pro anno um die fünf Milliarden Euro. (cw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Honorar-Einigung erzielt!

18:30Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband haben sich nach siebenstündigen Verhandlungen auf das Honorar für 2019 geeinigt. mehr »

App sorgt für weniger Tage mit Migräne

Bei Einsatz einer Migräne-App lassen sich Kopfschmerztage merklich reduzieren – und zwar um 25 Prozent. Das geht aus einer Studie der Schmerzklinik Kiel und der TK hervor. mehr »

Die Zukunft gehört der sensorischen Zuckermessung

Die Zeiten, in denen sich Diabetiker zur Blutzuckermessung in den Finger stechen müssen, sind wohl bald vorbei. Sensor-Messsysteme bringen neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen. mehr »