Ärzte Zeitung online, 18.08.2017
 

Papierlose Abrechnung

Weitere PKVen beteiligen sich an Online-Portal

Das Online-Portal "Meine Gesundheit" soll für Ärzte unter anderem die papierlose Abrechnung mit Privatpatienten ermöglichen. Nun sind weitere PKV-Anbieter eingestiegen.

Von Ilse Schlingensiepen

Weitere Unternehmen beteiligen sich an Online-Portal
Digitale Terminvereinbarung, Online-Arztsuche und Gesundheitsnachrichten: „Meine Gesundheit“ will vielfältige Services bieten.
© [M] sba | apops / stock.adobe.com

KÖLN. Die einheitliche digitale Plattform für Privatversicherte nimmt Gestalt an. Der größte private Krankenversicherer (PKV) Debeka und die Versicherungskammer Bayern beteiligen sich an der MGS Meine Gesundheit-Services GmbH, einem Joint Venture des Versicherers Axa und der CompuGroup Medical.

Die drei Versicherer haben zusammen 3,5 Millionen Vollversicherte. Sie hoffen auf die Mitwirkung weiterer PKV-Anbieter.

4200 Ärzte sind nach Unternehmensangaben bislang beim Portal "Meine Gesundheit" angemeldet. 315.000 Rechnungen seien bereits über das Portal abgewickelt worden.

Eine zentrale Funktion des im Mai 2016 gestarteten Portals ist das digitale Rechnungsmanagement, das eine komplett papierlose Abwicklung ermöglicht: Ärzte und andere Leistungserbringer können ihre Rechnungen in "Meine Gesundheit" einstellen, die Kunden können sie von dort aus direkt an den Versicherer weiterleiten.

Zurzeit nutzen 53.000 Vollversicherte der Axa die Plattform, 4200 Ärzte sind angemeldet. Bislang wurden 315.000 Rechnungen digital eingereicht.

Ausdruck und Porto sparen

"Auch unsere Versicherten können künftig mit ihren Ärzten vereinbaren, dass sie ihre Rechnung auf elektronischem Weg erhalten", sagt Debeka-Vorstand Roland Weber der "Ärzte Zeitung". Der papierlose Austausch erspart den Ärzten nicht nur den Ausdruck der Rechnungen und das Porto, sondern hat einen weiteren Vorteil, betont er: "Die Ärzte wissen, dass die Kunden die Rechnung tatsächlich erhalten haben."

"Meine Gesundheit" umfasst auch andere Leistungen wie die digitale Terminvereinbarung, die Online-Arztsuche oder das Angebot von Gesundheitsnachrichten. Ziel ist, dass die PKV-Unternehmen über die Plattform ihren Kunden alle freiwilligen und obligatorischen Anwendungen anbieten können, die das E-Health-Gesetz für die GKV vorsieht. "Die Plattform ist die Basis für eine sichere elektronische Kommunikation aller Beteiligten", sagt Weber.

Eine besondere Herausforderung wird es sein, bei der digitalen Abrechnung auch die Beihilfeberechtigten anzubinden. Angesichts der Vielzahl an Beihilfestellen wird das kein leichtes Unterfangen. Debeka, Axa und VKB haben eine große Zahl von Beamten unter ihren Kunden.

Nach Angaben von Debeka-Vorstand Weber haben weitere PKV-Unternehmen bereits Interesse an einer Beteiligung an "Meine Gesundheit" gezeigt. Je mehr Versicherte das Portal nutzen können, desto interessanter werde es für die Ärzte.

Erhöht sich die Teilnahmerate bei den Ärzten, interessieren sich wiederum auch mehr Patienten für "Meine Gesundheit", hoffen die Beteiligten.

"Wichtiger Schritt nach vorn."

"Es ist sinnvoll und kosteneffizient, die Kräfte zu bündeln", sagt auch Dr. Harald Benzing, der im Vorstand der VKB für das Ressort Krankenversicherung zuständig ist.

Die Beteiligung an "Meine Gesundheit" passt nach seinen Angaben gut in das bisherige digitale Engagement der VKB, die der Bayerischen Beamtenkrankenkasse und der Union Krankenversicherung im PKV-Markt aktiv ist. "Das ist für uns ein wichtiger Schritt nach vorn." Viele Versicherte nutzten bereits die Möglichkeit, ihre Rechnung per Foto-App zu schicken.

Die VKB will die bereits vorhandenen digitalen Services in das Portal integrieren, kündigt Benzing an. "Wir werden unsere Gesundheitsdienstleistungen auf der Plattform den Kunden individueller und direkter anbieten können." Benzing hofft, dass "Meine Gesundheit" zur notwendigen digitalen Standardisierung in der PKV beitragen wird.

Die Axa begrüßt das Engagement von Debeka und VKB. "Für die Etablierung eines Maßstabes in der digitalen Leistungsabrechnung ist es wichtig, dass nach Axa auch weitere private Krankenversicherer das elektronische Portal nutzen", sagt der Vorstandsvorsitzende Dr. Alexander Vollert.

Die PKV zeigt seiner Ansicht nach, dass sie ihrem Ruf als "innovativer Partner beim Ausbau des digitalen Gesundheitswesens" gerecht werde.

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