Ärzte Zeitung online, 07.02.2018

Sachsen-Anhalt

Orphan Disease: Lotsen für Patienten

Zwei Kassen, eine Uniklinik und weitere Zentren kooperieren in einem Innovationsfonds-Projekt.

MAGDEBURG. Seltene Erkrankungen sollen in Sachsen-Anhalt künftig früher erkannt, Patienten besser versorgt werden. Dies ist das Ziel eines Projektes von Magdeburger Uniklinik, IKK gesund plus und Techniker Krankenkasse (TK).

"Hilfe für Körper und Seele", verspricht sich Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) von dem neuen medizinischen Versorgungsangebot, für das Fördermittel in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro aus dem Innovationsfonds zur Verfügung stehen. "Patienten mit seltenen Erkrankungen haben häufig eine Odyssee durch Arztpraxen hinter sich, bis endlich die richtige Diagnose gestellt wird." Eine "Duale Lotsenstruktur" soll damit Schluss machen.

Partner des Projektes sind außer dem Universitätsklinikum Magdeburg weitere zehn sehr gut etablierte Zentren für Seltene Erkrankungen in ganz Deutschland, darunter das Mitteldeutsche Kompetenznetz Seltene Erkrankungen (MKSE) mit Sitz in Magdeburg. Dessen Leiter, Professor Klaus Mohnike, erklärt: "Es gibt etwa 8000 verschiedene Seltene Erkrankungen, an denen nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen leiden." Die Vielzahl möglicher Ursachen und teilweise sehr unspezifische Symptome führten dazu, dass die Diagnose häufig erst nach Jahren gestellt wird und wirksame Therapien nicht oder verspätet zum Zuge kommen. Erschwert werde die Einordnung der Symptome oft auch, wenn körperliche Beschwerden und psychische Erkrankungen gleichzeitig auftreten.

In den beteiligten Zentren arbeiten daher künftig je ein somatischer und ein psychiatrisch-psychosomatischer Facharzt gemeinsam in einer Sprechstunde für Menschen mit unklaren Diagnosen zusammen. Von der engen Verzahnung der Kompetenzen versprechen sich die Initiatoren eine bessere Versorgung. Jens Hennicke, Leiter der TK-Landesvertretung, sagte, der angestrebte Weg "geht weit über die Regelversorgung hinaus und erhöht die Versorgungsqualität entscheidend. Er hat das Potenzial, in die Regelleistung übernommen zu werden." (zie)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wer viel Wasser trinkt, beugt Harnwegsinfekten vor

Den Ratschlag, viel zu trinken, sollten sich Frauen nicht nur während eines Harnwegsinfektes zu Herzen nehmen. Auch wer danach reichlich Wasser trinkt, profitiert davon. mehr »

In der Praxis oft auch knifflige AU-Fälle

Die Regeln, wie und wann ein Arzt einen Patienten krankschreiben darf, sind in der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie festgehalten. In der Praxis gibt es jedoch viele knifflige Fälle. mehr »

Handlungsbedarf bei Chronikerpauschale!

Die Chronikerzuschläge für Hausärzte bleiben eine der dringendsten Hausaufgaben für die Selbstverwaltung. Es wird Zeit, die alten bürokratischen Zöpfe abzuschneiden, meint unser Abrechnungsexperte. mehr »