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Das "Gesunde Kinzigtal" prosperiert

Eine bessere Gesundheitsversorgung vor allem auch für vulnerable Gruppen und ökonomischer Erfolg für Ärzte und Kassen sind kein Widerspruch. Daten aus dem Projekt "Gesundes Kinzigtal" belegen das jetzt.

Von Helmut Laschet Veröffentlicht: 07.05.2010, 05:00 Uhr

Berichtet aus dem Gesunden Kinzigtal: Helmut Hildebrandt.

Gestern präsentierte Helmut Hildebrandt, Vorstand der OptiMedis AG, Daten für die Jahre 2004 bis 2007. OptiMedis zu zu einem Drittel als Management-Gesellschaft Träger des IV-Projekts "Gesundes Kinzigtal", zwei Drittel werden von den eingeschriebenen Ärzten getragen. Das Besondere: Gesundes Kinzital ist ein Capitation-Modell, das heißt, die Ärzte übernehmen die wirtschaftliche Verantwortung für die Gesamtversorgung der rund 30 000 eingeschriebenen Patienten, die bei der AOK und der LKK Baden-Württemberg versichert sind. Die Konstruktion ist darauf gerichtet, die Gesamtbehandlung vor allem chronisch Kranker und multimorbider Patienten zu optimieren. Das gilt für die Beachtung von Leitlinien und die Organisation von Behandlungsprozessen.

Der nun vorliegende erste Zwischenbericht einer Evaluation für die Jahre 2004 bis 2007 zeigt deutliche Effekte auf die Qualität der Gesundheitsversorgung:

  • Die eingeschriebenen Patienten sind überdurchschnittlich alt; die geplante Zielgruppe wird also erreicht.
  • Mit zwei Prozent gibt es deutlich weniger Wechsler zu anderen Kassen (fünf Prozent in der Vergleichsgruppe).
  • Mit 5,7 zu 6,7 Prozent ist der Anteil der Patienten mit Multimedikation (dauerhaft mehr als fünf Arzneimittel) spürbar geringer.
  • Bei der Behandlung von Patienten mit Herzinsuffzienz wird eine hohe Leitlinien-Treue erreicht, vor allem, was die Pharmakotherapie angeht.
  • Diabetiker erhalten zu 46,7 Prozent (Vergleichsgruppe: 30 Prozent), häufiger eine Augenhintergrund-Untersuchung. Das Ziel ist eine Quote von 70 Prozent. Dazu sollen Augenärzte in das IV-Modell eingebunden werden.
  • Die Kosten der Arzneimittelversorgung sind um 33 Euro günstiger - bei den 30 000 eingeschriebenen Versicherten sind das mehr als 800 000 Euro.

Die Entwicklung und das Management eines solchen Modells erfordern, so Hildebrandt, allerdings erhebliche Kosten. Notwendig sei die Bereitschaft zu Investitonen. Erst nach mehreren Jahren sei ein Ertrag zu erwarten. Bereits 2006 gab es einen ersten Return on Invest: 0,69 Prozent der Zuweisungen aus dem RSA. Ein Jahr später lag er schon bei 3,33 Prozent - eine weitere Steigerung ist möglich.

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